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TV-Tipps zum Wochenende:Große Bühne

Kinostart - 'Bohemian Rhapsody'

Rami Malek als Freddie Mercury in ikonischer Pose im Film "Bohemian Rhapsody".

(Foto: Fox Deutschland/dpa)

Muss man sich Personen im Rampenlicht als glückliche Menschen vorstellen? Die Filme im TV-Programm deuten eher darauf hin, dass innere Freiheit im Verborgenen besser gedeiht.

Von Stefan Fischer

Bohemian Rhapsody

Brian May und Roger Taylor, der Gitarrist und der Schlagzeuger von Queen, wollten den Film ziemlich genauso haben, wie er letztlich geworden ist. Offensichtlich haben beide keinen guten Freund, der ihnen gesagt hat: Lasst es! Bohemian Rhapsody ist für beide eine einzige Peinlichkeit - warum sie so dargestellt werden wollten wie hier, wissen, wenn überhaupt, nur sie. Klar scheint nur: Ihre Eitelkeit hat nicht zugelassen, dass dies ein Film über den Sänger der Band, über Freddie Mercury wird - was er dann aber eben doch geworden ist. Das liegt an der Besetzung der - ja: Hauptrolle. Rami Malek ist ein gespenstisch fulminanter Interpret des zur Bühnendiva mutierten Außenseiters. Malek macht den Film zur One-Man-Show, der in den magischsten Momenten so kraftvoll ist, wie die besten Queen-Konzerte es waren.

Biopic, Pro Sieben, Sonntag, 20.15 Uhr

Kruso

Noch nehmen die Grenzsoldaten der DDR ihre Aufgabe ernst. Und hier, auf Hiddensee, in ganz besonderem Maß: Dänemark liegt bei schönem Wetter in Sichtweite. Doch die Dinge sind schon ins Rutschen geraten wie eine unterspülte Uferböschung: Es ist der Sommer 1989, der letzte vor der Grenzöffnung. Auf Hiddensee haben sich ein paar Menschen eingefunden, die sich nach Freiheit sehnen, mehr, als ihnen die Staatsmacht zugesteht, und die hier, im äußersten Winkel des Landes, ohne es bereits zu ahnen, gewissermaßen in Lauerstellung liegen. Ein Hotel ist in dieser filmischen Adaption von Lutz Seilers Roman der Ort, an dem diese Menschen beinahe wie in einem Geheimbund ihre innere Freiheit trainieren. Als dann die Mauer tatsächlich fällt, erfüllt sich ein Traum. Es zerbröselt aber auch eine Utopie, ein Gefühl des Verschworenseins.

Drama, One, Samstag, 22.15 Uhr

Luis und die Aliens

Vater nervt. Und zwar gewaltig. Denn er hat einen Außerirdischenfimmel. Dabei nerven normale Väter schon, wenn man an der Schwelle zur Pubertät steht. Aber dieser ruiniert auch noch das eigene Ansehen vor den Mitschülern mit seinem Tick. Und dann passiert prompt das Allerschlimmste: Vater hat recht! Außerirdische existieren tatsächlich, drei von ihnen plumpsen direkt vor Luis' Füße in dieser deutsch-dänisch-luxemburgischen Animations-Koproduktion. Aber das darf natürlich niemand erfahren - schon gar nicht Vater. Ein zwölfjähriger Junge ist auch der Held in dem spanischen Animationsabenteuer Einmal Mond und zurück. Der Sohn eines Astronauten begibt sich auf eine lunare Mission, unter anderem ein Alligator steht ihm bei. Er selbst und auch die Menschheit haben dabei viel zu gewinnen (Super RTL, Freitag, 20.15 Uhr).

Animation, Disney Channel, Samstag, 20.15 Uhr

Die Legende vom ...

... Ozeanpianisten: Giuseppe Tornatore ist der große Melancholiker unter den italienischen Regisseuren, man muss sich nur Cinema Paradiso ansehen oder ebendiesen Film. Ein Trompeter ist so blank, dass er sein Instrument verhökern muss; vor dem Händler spielt er eine letzte Melodie. Der hat dieses Lied auch auf einer alten Schallplatte, er kramt sie hervor - schon das ist wunderbar sentimental. Und es bewegt den Musiker, eine Geschichte zu erzählen, von seinen Jahren auf dem Passagierdampfer Virginian. Der Pianist der Bordkapelle, mit der er zusammen gespielt hat, der so etwas Ähnliches wie ein Freund geworden ist, war ein Mann, der als Säugling auf dem Schiff ausgesetzt worden war und es sein Lebtag nie verlassen hat. Ein Film über Zwänge und innere Freiheiten, über die Magie des Eigensinns.

Drama, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr

© SZ vom 02.10.2020
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