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TV-Tipps zum Wochenende:Ein neues Leben

Guardians of the Galaxy Vol. 2

Er ist der Star in der besten Sequenz von Guardians of the Galaxy Vol. 2: Baby Groot tanzt zu „Mr. Blue Sky“ vom Electric Light Orchestra.

(Foto: Marvel)

Auf jede Rolle eines Schauspielers fällt ein Schatten seiner früheren Figuren. Und manche Figur hat selbst ein Vorleben. Robert De Niro, Matthew McConaughey und Julianne Moore streifen diese Schatten überraschend ab - mit weitreichenden Folgen.

Hannibal

Es ist bald 30 Jahre her, dass Das Schweigen der Lämmer (22.20 Uhr) den Horrorfilm salonfähig machte. Dr. Lecter, ein Connaisseur der menschlichen Seele und des Körpers, krabbelte unter die Haut der FBI-Agentin Clarice Starling (Jodie Foster) und damit auch unter unsere. Ein paar clevere Dialoge, blutige Auswüchse und einen effektiven Schnitt später hatte das Genre seinen ersten Oscar-Sieger. Jegliche Romantik wurde dann durch die verkannte Fortsetzung zehn Jahre später weggesägt. Anthony Hopkins kehrte zurück, um den gebildeten Serienmörder Hannibal zu spielen, aber Jodie Foster lehnte ab; ihr war der Plot, der erst in Italien und dann unter mörderischen Schweinen spielt, zu garstig. Schade drum, denn im Grunde ist es eine ebenso morbide wie mutige Liebesgeschichte, die nur darunter leidet, dass die sonst so tolle Julianne Moore als Foster-Ersatz viel zu taff wirkt.

Psychothriller, ZDF Neo, Nacht zu Sonntag, 0.10 Uhr

Ronin

Robert De Niro als Genre-Held? Das war über 20 Jahre lang nicht denkbar, weil er sich einen Namen gemacht hatte mit komplizierten Charakteren, bei denen Action zunächst Kopfsache war, selbst wenn es so körperlich zuging wie in Raging Bull, Es war einmal in Amerika oder The Deer Hunter. Niemand wollte ihn rennen oder springen sehen. Das änderte sich erst 1995, als Heat zeigte, dass De Niros Blicke und Worte (oder aber sein Schweigen) pure Action sein können. Prompt bekam De Niro andere flotte Angebote. Er entschied sich weise für eine Zusammenarbeit mit John Frankenheimer, einem Maestro des Bewegungskinos (French Connection 2). Dieser ließ De Niro in Ronin einen Söldner mit Kodex spielen, der - von einer Frau genasführt - in eine Falle tappt und danach nur darauf aus ist, seine Ehre wiederherzustellen. Alles sehr japanisch.

Action-Thriller, RTL 2, Samstag, 22.50 Uhr

Dallas Buyers Club

Mitte der 1980er war Aids für viele noch ein Fremdwort und zugleich ein Todesurteil. Für Ron (Matthew McConaughey) ist die Diagnose HIV-positiv ein doppelter Schock: Der Macho ist Texaner und Schwulenhasser. Da hilft es zuerst nicht, dass er seine Lebenserwartung (vier Wochen!) weit hinter sich lässt. Erst als er das neue Leben annimmt und es zulässt, sich von einer engagierten Ärztin (Jennifer Garner) und einem flamboyanten Transsexuellen (Jared Leto) helfen zu lassen, bewirkt der Egoist etwas Gutes. Anfang der 2000er hatte der Oberkörper-frei-Fetischist McConaughey seine Karriere so vor die Wand gespielt, dass man glauben konnte, er hätte das mutwillig getan. Ab 2011 erfand er sich neu, mit tollen Rollen (Der Mandant, Mud, Magic Mike, Interstellar), in denen er zumeist bekleidet blieb. Für Dallas Buyers Club bekam er völlig zu Recht den Oscar.

Drama, ARD, Sonntag, 23.50 Uhr

Guardians of the ...

... Galaxy Vol. 2: Die Macht der Marvel-Filme mag nervig sein, aber die meisten von ihnen sind pfiffige Abenteuer. Und selbst wenn mal etwas schiefgeht, gibt es immer wieder herrliche Momente. Der übertourte Guardians of the Galaxy Vol. 2 hat zwar einiges von der Leichtig-, Lässig- und Aufsässigkeit des Originals verloren, aber der Fortsetzung gelingt es, die Charaktere zu vertiefen - vor allem die zänkischen Schwestern Gamora (Zoe Saldana) und Nebula (Karen Gillan) -, und sie hat zumindest eine hinreißende Sequenz: den Vorspann um Groot jr. und "Mr. Blue Sky". Weil es vorerst kein Entkommen aus dem Marvel-Universum gibt, werden die Guardians von zwei anderen Abenteuern flankiert: vom eleganten Doctor Strange (18 Uhr) und Iron Man 3 (23.20 Uhr), der sich erdreistet, das Tempo kurzzeitig auf null zurückzufahren.