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TV-Tipps zum Wochenende:Füchse und Gockel

In den besten Filmen des TV-Wochenendes geht es um blindes Vertrauen. Oder aber um tief sitzendes Misstrauen.

Von Stefan Fischer

Top Gun

Action, ZDF Neo, Samstag, 20.15 Uhr

Ein Action-Double-Feature mit Tom Cruise, als der den Grundstein seiner Karriere legte: In Top Gun darf er einen großen Jungen spielen, dem man das tollste Jungsspielzeug überhaupt in die Hand gibt: ein Jagdflugzeug der US Navy. Er und sein bester Kumpel brettern über den Himmel, ein riesiger Spaß, zumal die beiden, die vor Coolness kaum laufen können (weshalb Cruise am Boden gerne auf ein dickes Motorrad steigt), damit auch noch Frauen beeindrucken. Aber eines Tages übertreibt es der Kumpel, fliegt ein Manöver, das er nicht überlebt. Das erdet den Überlebenden. Mit dem Leben davon kommt auch der Rennfahrer Cole, trotz eines fatalen Unfalls. Cruise hat ihn vier Jahre später gespielt in Tage des Donners, 1990 (21.55 Uhr). Im Krankenhaus kümmert sich eine Ärztin (Nicole Kidman) dann nicht nur um Coles Verletzungen.

Chicken Run - Hennen rennen

Animation, Super RTL, Samstag, 22.25 Uhr

Da brauchst du mal einen echten Kerl, und was landet vor deinen Füßen? Ein Gockel! Was die Henne Ginger allerdings nicht erkennt, auch sie lässt sich blenden von dem aufgeplusterten Hahn, glaubt gar, er könne fliegen. Weil das wunderbar in ihren Plan passt: Ginger ist ein aufmüpfiges Huhn, das es leid ist, Tag für Tag Eier zu legen für Mr. und Mrs. Tweedy, die profitgeilen Besitzer der Hühnerfarm, in der Ginger und ihre Artgenossinnen leben. Sie plant die Flucht, scheitert damit jedoch immer wieder - und setzt nun alle Hoffnungen auf Rocky, den Hahn. Der gefällt sich in seiner Rolle als umworbener Schönling - und begreift erst spät, wie existenziell die Gefahr ist. Das Abenteuer ist der erste Langfilm von Aardman Animations, den Experten für Stop-Motion mit Knetfiguren (Wallace & Gromit, Shaun das Schaf).

Arlington Road

Psychothriller, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr

Mehr als zwanzig Jahre vor dem Ende von Trumps Präsidentschaft gedreht: ein Film über das tief sitzende Misstrauen dem eigenen Nachbarn gegenüber. Faraday (Jeff Bridges) ist Anti-Terrorismus-Experte, und schon die erste Begegnung mit seinen neuen Nachbarn findet er irritierend. Wer ist dieser Oliver (Tim Robbins) - tatsächlich der Architekt, für den er sich ausgibt? Oder ein Bombenbastler, der ein ganz anderes Amerika möchte, der auf der anderen Seite steht - ein Feind des Landes im Inneren? Der Regisseur Mark Pellington hält seine Geschichte geschickt in der Schwebe, es ist lange Zeit nicht klar, ob zum einen der Terrorismus-Experte aus Betriebsblindheit eine Verschwörung wittert, wo gar keine ist. Und, unabhängig davon, zum anderen, wofür dieser neue Nachbar tatsächlich steht.

M- Eine Stadt sucht einen Mörder

Thriller, SWR, Nacht zu Montag, 0.35 Uhr

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Der Spielraum des Triebtäters Hans Beckert (Peter Lorre) wird immer kleiner. Denn ganz Berlin ist ihm auf den Fersen.

(Foto: Nero film ag via www.imago-images.de/imago images/Prod.DB)

Die Berliner Polizei kommt nicht weiter bei ihrer Suche nach einem Kindermörder, wirbelt in der Unterwelt der Stadt jedoch viel Staub auf durch ihre ziellosen Ermittlungen. Deshalb nehmen einflussreiche Menschen aus dem kriminellen Milieu die Sache selbst in die Hand und lassen nach dem Täter suchen, um wieder mehr Ruhe zu haben bei ihren illegalen Geschäften. Eine gnadenlose, raffiniert erzählte Hatz beginnt. Es ist der erste Tonfilm des Regisseurs Fritz Lang, 1931 gedreht, ein Meilenstein nicht nur der deutschen Filmgeschichte. Lang hat faszinierende Bilder erfunden und die Möglichkeiten des Tons sehr kreativ genutzt. Peter Lorre wiederum ist großartig in der Rolle des Gejagten - eine verstörende, perfide, auch jämmerliche Figur, der ein Lynchmob auf den Fersen ist.

© SZ
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