Master & Commander – Bis ans Ende der Welt
Abenteuer, Tele 5, Samstag, 20.15 Uhr
Die eine Rolle des Lebens ist bei Russell Crowe schwer auszumachen. Als Gladiator geht er ohnehin in die Ewigkeit ein, aber auch sein Kapitän Jack Aubrey hat epische Qualitäten. Den Seemann mit Blick in die Ferne nimmt man ihm sofort ab. Für seine Figur hat er sich sogar extra das Geigespielen beigebracht: angeblich „das Härteste, das ich je für einen Film gemacht habe“. Auf See geht es gegen Napoleon. Um die Besatzung der Royal Navy bei Laune zu halten, erzählt Aubrey Anekdoten, seinen Kurs setzt er vehement durch. Dass Regisseur Peter Weir ein großer Träumer ist, konnte man schon bei der Truman Show (1998) feststellen. Auch da fährt der Held aufs Meer hinaus, allerdings unter anderen Vorzeichen. Was gleich bleibt: Der begnadete Erzähler Weir schafft Welten, in die man gern eintauchen möchte. Ob mit oder ohne Schiff.
Harte Ziele
Action, RTL 2, Nacht zu Sonntag, 0.50 Uhr
Für seine kunstvolle Actionchoreografie war John Woo schon berühmt, bevor er mit diesem Film auf dem US-Markt debütierte. Das Vertrauen der Produzenten war dennoch nicht grenzenlos. Sie stellten ihm den Kollegen Sam Raimi an die Seite, weil sie bei Woo mangelnde englische Sprachkenntnisse befürchteten. Der gefeierte Regisseur aus Hongkong traf auf den ehemaligen Kampfsportler Jean-Claude Van Damme – Spitzname „The Muscles from Brussels“ –, der sich Anfang der Neunziger in seiner produktivsten Phase befand. Woo ließ ihn als Ein-Mann-Armee seine Martial-Arts-Fähigkeiten zu Fuß und auf dem Motorrad präsentieren. Von Sinn für Ironie zeugt nicht nur der wunderbare Name der Hauptfigur: Chance Boudreaux. Für Woo war es jedenfalls der Start in eine visuell und erzählerisch eindrucksvolle Hollywood-Karriere.
Ocean’s Twelve
Komödie, RTL 2, Samstag, 20.15 Uhr
Lässigkeit hat Steven Soderbergh neu definiert in seinem Ocean’s-Kosmos. Er holte den Swing des Originals von 1960 Anfang dieses Jahrtausends in die Gegenwart, das Rat Pack aus Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. ersetzte er mindestens gleichwertig mit George Clooney, Brad Pitt und Matt Damon. Im zweiten Teil ist der Casino-Raub längst geschehen, jetzt will der geprellte Manager Terry Benedict (Andy Garcia) sein Geld zurück. Wie immer winden sich die Gentleman-Gangster auch aus dieser Nummer heraus. Allgemein geht es weniger um die Handlung als vielmehr um die großartige Stimmung im Team. Neu dabei ist Catherine Zeta-Jones als Versicherungsagentin, die Brad Pitt zu schmachtender italienischer Musik den Kopf verdreht. Der dritte Teil Ocean’s 13 (RTL 2, Sonntag, 20.15 Uhr) ist dann ein reiner Spaß für die Truppe.
Logan – The Wolverine
Action, Pro Sieben, Sonntag, 22.40 Uhr
Von allen X-Men, die über das Kinouniversum verstreut sind, ist Logan alias Wolverine der faszinierendste. Den Schmerz, den er jedes Mal beim Ausfahren seiner metallenen Krallen verspürt, trägt er in der Seele. Dass die Geschichte des Mutanten als Kämpfer fürs Gute so ans Herz geht, liegt natürlich an seinem Darsteller Hugh Jackman, der damit – man kann es so sagen – die Rolle seines Lebens gefunden hat. Und am verlässlich glänzenden Regisseur James Mangold, der Joaquin Phoenix als Johnny Cash in Walk the Line (2008) inszenierte und Russell Crowe als charismatischen Banditen in Todeszug nach Yuma (2008). Reichlich Erfahrung also mit gebrochenen und doch unbeugsamen Männern. Das Muster seines Heldenepos von 2017 ist so alt wie bewährt: Logan ist alt und hat mit der Welt abgeschlossen. Bis eine junge Mutantin auftaucht, die seinen Schutz benötigt.

