Spielfilmtipps an WeihnachtenAnständig bleiben

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Staraufgebot im Whodunit-Krimi: Joni Thrombey (Toni Collette) ist in „Knives Out“ die verwitwete Schwiegertochter des Toten.
Staraufgebot im Whodunit-Krimi: Joni Thrombey (Toni Collette) ist in „Knives Out“ die verwitwete Schwiegertochter des Toten. ARD Degeto/2018 MRC II Distribut

„Knives Out – Mord ist Familiensache“, „Auf der Flucht“, „Stolz und Vorurteil“ sowie „Open Range – Weites Land“: große Filme ohne Lametta im TV-Programm an Weihnachten.

Von Florian Kaindl

Knives Out – Mord ist Familiensache

Krimikomödie, Das Erste, 1. Weihnachtstag, 23.25 Uhr

Die Weihnachtszeit lebt von ihren Ritualen, der Krimi von der ewigen Frage, wer den Mord begangen hat und warum. Der Autor und Regisseur Rian Johnson führt beides zusammen, indem er in regelmäßigen Abständen am Ende des Jahres einen neuen „Knives Out“-Film herausbringt. Bisher gibt es drei Teile, die das Genre des Whodunit auf eine neue Stufe gehoben haben und in denen es vor Stars nur so wimmelt. Im ersten von 2019 spielten Jamie Lee Curtis, Don Johnson und Chris Evans egoistische Mitglieder einer Familie, deren Patriarch (Christopher Plummer) offensichtlich einem Mord zum Opfer gefallen ist. Als Verdächtige identifizieren alle schnell die lateinamerikanische Pflegerin (die damals noch eher unbekannte Ana de Armas). Alle bis auf den Meisterdetektiv Benoit Blanc, dem Daniel Craig einen herrlichen Spleen und messerscharfen Verstand verleiht.

Auf der Flucht

Thriller, RTL, 2. Weihnachtstag, 0 Uhr

Bei einem Gefangenentransport von Schwerverbrechern entkommt Dr. Richard Kimble. Er ist Arzt und steht im Verdacht, seine Frau ermordet zu haben. Die Polizei hat ihm seine Aussage, dass es ein einarmiger Einbrecher war, jedoch nicht geglaubt. Wie jeder weiß, der den geflohenen Harrison Ford mit Vollbart in Sträflingskleidung sieht, ist er natürlich unschuldig. Jetzt jagt ihn ein besonders harter Hund quer durch Chicago: U. S. Marshal Sam Gerard (Tommy Lee Jones). Der verzieht seine Mundwinkel nur zum Sprechen, ein lokaler Cop nennt ihn spöttisch „Wyatt Earp“. Der Film von Andrew Davis basiert auf einer amerikanischen Fernsehserie, Harrison Ford spielt Kimble als gewöhnlichen und vom Schicksal geprüften Helden. Die Mühen und der Schmerz sind ihm jederzeit anzusehen. Tommy Lee Jones erhielt für seine beinharte Antidarstellung 1994 einen Oscar.

Stolz und Vorurteil

Liebesfilm, Arte, 1. Weihnachtstag, 20.10 Uhr

Ein romantisches Kennenlernen aus vergangenen Zeiten, von Joe Wright mitreißend inszeniert. Er hat die Essenz des gleichnamigen Romans von Jane Austen genau erfasst: Die Ehe war bei der britischen Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts ein Pflichtakt, aber im Idealfall auch der Beweis wahrer Liebe. In Wrights Adaption von 2005 hat Mr. Darcy (Matthew Macfadyen) sich gerade zu einem Heiratsantrag an Elizabeth Bennet (Keira Knightley) durchgerungen, da schleudert sie ihm scheinbar ihre tiefe Verachtung entgegen. Es regnet in Strömen, das Gespräch zwischen den beiden wirkt unangenehm. Trotzdem sieht es für einen Moment so aus, als würden sie sich gleich küssen. Eine widersprüchliche Szene von vielen, in denen vermeintlich kleine Details große Bedeutung bekommen. Es dauert eine ganze Weile, bis die Beteiligten ihr Glück erkennen.

Open Range – Weites Land

Western, HR, Heiligabend, 20.15 Uhr

Wenn ein Schauspieler irgendwann komplett mit seinem liebsten Genre verschmolzen ist, dann Kevin Costner. Es fing an mit dem Sensationserfolg seines Regiedebüts „Der mit dem Wolf tanzt“ (1990), mit dem er sich als Chronist des Wilden Westens etablierte. Diese Rolle hat er seitdem nie abgelegt, sondern sich ihr bedingungslos verschrieben. Vor allem als Produzent und Regisseur der „Horizon“-Saga stand Costner deswegen in den vergangenen Jahren vor dem finanziellen Ruin. Dazwischen gab es einen Western wie diesen von 2003, sein vielleicht melancholischster Film. Er spielt in der Zeit nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg, die Wunden sind noch frisch. Nur wer Land besitzt, gilt etwas. Der Viehtreiber Charley (Costner) und sein Partner (Robert Duvall) ziehen mit ihrer Herde durch die Prärie und versuchen, anständig zu bleiben. Doch das fällt ihnen zunehmend schwer.

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