TV-Tipps zum Wochenende:Schämt Euch

DER CLUB DER TEUFELINNEN Szene Annie DIANE KEATON Elise GOLDIE HAWN und Brenda BETTE MIDLER

Zeit für ihre Ex-Männer, in Deckung zu gehen: Annie, Elise und Brenda (v. l. Diane Keaton, Goldie Hawn, Bette Midler) planen ihre Rache.

(Foto: Imago)

In den besten Filmen des Fernseh-Wochenendes geben die Männer keine gute Figur ab - nicht als Kindergärtner, nicht als Väter und erst recht nicht beim Sex im Auto.

Von Harald Hordych

Der Club der Teufelinnen

Frauenkomödie, Sixx, Sonntag, 18.05 Uhr

Frauen schlagen zurück - eine Geschichte, die in diese für Gleichbehandlung und Respekt sensibilisierte Zeit passt. Gedreht wurde diese bissige Komödie aber schon vor 25 Jahren, und wenn man sich den Ausgangspunkt der Geschichte anschaut, merkt man das auch. Es sind noch die Tage, in denen gleich drei eigentlich sehr selbstbewusste ehemalige College-Freundinnen von ihren Männern wegen jüngerer Frauen verlassen werden und beschließen, auf ziemlich teuflische Weise Rache zu nehmen. Das Schöne an der Geschichte ist natürlich, dass hier drei Schauspielerinnen, die alle über 50 Jahre alt sind, es nicht nur den Männern zeigen, sondern auch in Hauptrollen zeigen können, was sie schauspielerisch draufhaben: Bette Midler, Goldie Hawn und Diane Keaton sind ein teuflischer Mix sehr gegensätzlicher Charaktere.

Kindergarten Cop

Actionkomödie, ZDF Neo, Samstag, 20.15 Uhr

Arnold Schwarzenegger hatte bereits ein paar Dienstjahre als stärkster Mann Hollywoods in den Knochen, als er sich von 1988 an dank kluger Distanz zu einem Brustumfang von knapp eineinhalb Metern für eine zweite Phase seiner Karriere öffnete: der selbstironischen, in der er mit dem eigenen Kraftprotz-Mythos zu spielen begann. Wo liegen die natürlichen Grenzen des Alltags für einen Mann, dessen Kraft praktisch keine Grenzen gesetzt sind? Das war die Frage, der sich Schwarzenegger mit überraschendem Geschick widmete. Das lässt sich auch sehr schön im Kindergarten Cop studieren, in dem Schwarzenegger sich als Erzieher ausgeben muss, um an eine wichtige Zeugin heranzukommen. Das Prinzip Elefant im Porzellanladen funktioniert dank Arnies Fähigkeit, das Komische an seiner Erscheinung auszuspielen, und Komödienass Ivan Reitman, der auch am Drehbuch mitschrieb.

Fikkefuchs

Brutalsatire, Tele 5, Nacht zu Sonntag, 3.30 Uhr

Kaum ein Film spaltet so wie Fikkefuchs. Die Süddeutsche Zeitung feierte die Satire mit den Worten: "Ein Gespann zwischen Wahnwitz, Ekel, hellem Auflachen und Loser-Solidarität, das man nicht mehr vergisst." Andere Kritiker zeigten sich so angewidert wie überfordert von der Aufgabe, zwei eklige Mannsbilder in all ihrer frauenfeindlichen wie unreflektierten Selbstzerstörung am Ende auch noch sympathisch finden zu müssen. Wer aber wissen will, wie allumfassend man sich für einen abgeschabten Endvierziger, der sich für einen Frauenhelden hält, fremdschämen kann, sollte dieses Dokument fehlgeleiteter Männlichkeit nicht verpassen. Neben Regisseur Jan Henrik Stahlberg, der diese Panne der Schöpfung spielt, gibt der großartige Franz Rogowski seinen pornobesessnen Sohn. Nach Fikkefuchs hat Sex im Auto auf jeden Fall allen Glamour verloren.

Das Wirtshaus im Spessart

Räuberballade, BR, Sonntag, 20.15 Uhr

Schauerballade, Räubergeschichte, Liebesschmonzette, Typenkomödie und Musical - das alles ist Das Wirtshaus im Spessart nach Wilhelm Hauffs Vorlage. Dieses irre Gemisch, gedreht in den biederen Fünfzigern in knatschbunten Bonbonfarben, ist keine piefige Peinlichkeit, sondern ein richtig toller unterhaltsamer Film geworden, voller Witz und einem erzählerischen Schwung, der die Geschichte von der Comtesse, die von Räubern im Spessart entführt wird, herrlich kurzweilig erzählt. Diese Franziska kann, als Knabe verkleidet, den Räubern im Wirtshaus entfliehen. Als sie aber erfährt, dass ihr Vater das Lösegeld nicht zahlen will, kehrt sie zu den Räubern und dem tollen Räuberhauptmann zurück. Glänzende Besetzung, Liselotte Pulver in komödiantischer Bestform - das Ergebnis: viele Preise und zwei Spessart-Sequels.

© SZ
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