Mr. & Mrs. Smith
Action-Komödie, Vox, Samstag, 20.15 Uhr
Auf dem Höhepunkt des „Brangelina“-Hypes, im Sommer 2005, kam der Film in die Kinos, der Brad Pitt und Angelina Jolie dem Vernehmen nach zu einem Paar gemacht hatte, die Klatschmagazine kochten über. Der Film ist dann aber eher eine witzige Ehefehde als eine ergreifende Liebesgeschichte. Beide sind Profikiller, haben aber geheiratet, ohne vom Zweitleben des jeweils anderen zu wissen. Der Plot – sie finden es heraus, versuchen erst, sich gegenseitig zu eliminieren und machen dann gemeinsame Sache – ergibt vorn und hinten keinen Sinn, aber die Chemie zwischen Pitt und Jolie stimmt. Und nebenbei: Diverse Prozesse und Anschuldigungen später ist es auch ganz reizvoll, sich zu vergegenwärtigen, dass das spätere Albtraum-Paar auch in seiner Traumpaar-Phase schon ein bisschen an Tom & Jerry erinnerte.
Die Zürcher Verlobung
Komödie, BR, Samstag, 23.25 Uhr
Jeder Film ist immer auch ein Dokument seiner Zeit, und „Die Zürcher Verlobung“ von 1957 ist schon deswegen ein Genuss: die Hotelzimmer! Die Skianzüge! Außerdem waren Lilo Pulver, Bernhard Wicki und Paul Hubschmid ein ganz wunderbares Gespann auf Reisen zwischen Berlin und der Schweiz: Sie Drehbuchautorin, er Regisseur und in sie verknallt – und Hubschmid als tapsiger, flirtresistenter Beau in der Mitte. Dem deutschen Nachkriegskino hängt nicht ganz zu Unrecht der Ruf an, die Welt, die es zeigt, mit unerträglich viel Zuckerguss zugekleistert zu haben, damit man die Risse in den Fassaden nicht so sieht. „Die Zürcher Verlobung“ hat Helmut Käutner mit allerlei Seitenhieben auf die Überidyllisierung deutscher Filme gespickt, und das Ergebnis war dann zwar auch süß, aber wesentlich besser abgeschmeckt als der Rest.
A United Kingdom
Drama, 3sat, Sonntag, 16.45 Uhr
Das Schönste an dieser Romanze ist, dass sie so ähnlich tatsächlich passiert ist: Die junge Angestellte Ruth (Rosamund Pike) lernt in London kurz nach dem Zweiten Weltkrieg einen Prinzen kennen, der in der Stadt ist, um Jura zu studieren. Die beiden verlieben sich bald unrettbar ineinander und wollen heiraten. Nur ist Ruth vollkommen klar, dass ihr Vater entgeistert sein wird: Der Prinz, Seretse Khama (David Oyelowo) ist schwarz – und wenn sie heiraten, wird sie mit ihm ins heutige Botswana ziehen. Die beiden ziehen das durch – aber Ruth schlägt in Betschuanaland kalte Ablehnung entgegen, und die Thronbesteigung ist bald auch in Gefahr. Die Sache ging in der Wirklichkeit jedenfalls gut aus: Seretse Khama wurde stattdessen Präsident – und er und Ruth blieben lebenslang zusammen.
Der mit dem Wolf tanzt
Western, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr
Als Kevin Costners „Der mit dem Wolf tanzt“ 1991 stattliche sieben Oscars gewann, war der Film gar nicht unumstritten, bloß auf eine andere Art als heute. Damals ging es darum, ob der ganze Film nicht zu lang sei und sein Schöpfer und Hauptdarsteller zu naiv. Was aber egal war: dass die Geschichte von John Dunbar (Costner), der von der US-Army vergessen in Nachbarschaft mit den Sioux lebt und neugierig kennen und lieben lernt, so nie passiert sein kann. Costner und der Autor Michael Blake hatten sich bei realen Ereignissen bedient, aber im Prinzip träumten sie von einem besseren Wilden Westen, sie beschrieben nicht, was wirklich war. Costners Verhältnis zur amerikanischen Geschichte war damals schon so, wie er es oft beschrieben hat: „Sie ist manchmal beschämend, aber dann hat sie immer noch geformt, wer wir heute sind.“

