Spielfilmtipps zum WochenendeOhne Skrupel

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Im Film „Hautnah“ von Mike Nichols mit Natalie Portman werden Liebesbeziehungen beinahe wie in einer wissenschaftlichen Versuchsanordnung seziert.
Im Film „Hautnah“ von Mike Nichols mit Natalie Portman werden Liebesbeziehungen beinahe wie in einer wissenschaftlichen Versuchsanordnung seziert. United Archives / kpa Publicity/imago images

„Hautnah“, „Chinatown“, „Der Club der Teufelinnen“ und „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“: die sehenswertesten Filme im TV-Programm des Wochenendes.

Von Stefan Fischer

Hautnah

Drama, 3sat, Samstag, 23.25 Uhr

Der Film von Mike Nichols handelt von Sehnsucht und Eifersucht – und davon, dass es die eine Sucht ohne die andere nicht gibt. Dabei ist er kühl in seiner Ästhetik, klar in seiner erzählerischen Präzision. Beinahe wie bei einer wissenschaftlichen Versuchsanordnung. Zwei Frauen, zwei Männer – Natalie Portman, Julia Roberts, Jude Law und Clive Owen –, das gibt sechs Beziehungen. In denen offen über Sex, Emotionen und Identitäten gesprochen wird, aber die volle Wahrheit enthüllt keiner. Kleiner ist die Figurenkonstellation in „Ein unmoralisches Angebot“ – ein solches nehmen Diana und David (Demi Moore und Woody Harrelson) an. Hier ist viel Geld im Spiel, Sex gegen eine Million Dollar mit einem Dritten (Robert Redford). Auch Adrian Lyne erzählt in seinem Film eine Geschichte darüber, dass der Rasen in Nachbars Garten nur scheinbar grüner ist als der eigene (NDR, Samstag, 23.15 Uhr).

Chinatown

Thriller, ZDF Neo, Samstag, 22.05 Uhr

Ein moderner film noir, wenn man so möchte, obwohl auch bereits mehr als ein halbes Jahrhundert alt. Aber eben deutlich später gedreht als in der eigentlichen Phase des film noir in den Vierziger- und Fünfzigerjahren. Zugleich eines der Hauptwerke des Regisseurs Roman Polański, mit dem dessen Karriere nach einem mehrjährigen Durchhänger im Anschluss an „Tanz der Vampire“ und „Rosemaries Baby“ wieder Fahrt aufgenommen hat. Jack Nicholson spielt den genretypischen Privatdetektiv, der selbst Opfer einer verzwickten Intrige wird. Im Verlauf seiner Ermittlungen hat er drei verschiedene Auftraggeber, die es alle auf die eine oder andere Weise nicht ehrlich meinen mit ihm. Er ist mehreren immensen Schweinereien auf der Spur, auf politischer, geschäftlicher und innerfamiliärer Ebene, die miteinander zusammenhängen. Letztlich kann er sie aufdecken, doch es bleiben eine Menge Leute auf der Strecke, die das nicht verdient haben.

Der Club der Teufelinnen

Komödie, Sixx, Sonntag, 20.15 Uhr

Drei Frauen, ein Schicksal: Alle wurden sie von ihren Gatten verlassen, stets wegen einer Jüngeren. Und obwohl alle drei Kerle ihren beruflichen Erfolg in weiten Teilen ihren nun zurückgewiesenen Frauen verdanken. Der eine hätte alleine seine Elektrofachgeschäfte-Kette nicht aufziehen können, ein zweiter nicht seine Werbeagentur, und dem dritten Mann hat auf dem Weg zum Hollywood-Produzenten definitiv geholfen, dass seine Frau, eine bekannte Schauspielerin, seinen Filmen zum Erfolg verholfen hat. Eine Beerdigung führt die von Goldie Hawn, Bette Midler und Diane Keaton gespielten Verschmähten zusammen, sie beschließen, sich auf Rachefeldzüge zu begeben und diese auch zu koordinieren. Ihre Typen sollen finanziell und gesellschaftlich büßen. Eines kommt den Betrogenen zupass – und daraus zieht der Film seinen zynischen Witz: Sie müssen, als Opfer, keinen edlen Charakter heucheln.

Falsches Spiel mit Roger Rabbit

Krimikomödie, Disney Channel, Sonntag, 20.15 Uhr

Ein Spiel mit der Wahrnehmung, mit Realität und Fiktion. Robert Zemeckis’ Film von 1988 ist ein Mix aus Real- und Animationsfilm – damals ein Novum. Und er spielt in Hollywood, im Filmbusiness, wo der Unterschied zwischen Schein und Sein ohnehin mitunter besonders schwer zu erkennen ist und zugleich die Machtstrukturen klar ausgeprägt sind. Menschen und Zeichentrickfiguren, die Toons, leben, nicht frei von Vorurteilen und Diskriminierung, neben- und miteinander. Hier rangeln sie um die Plätze auf der richtigen Seite in einer satirischen Kriminalgeschichte. Allen voran versucht ein Detektiv (Bob Hoskins) die Unschuld des Filmstars Roger Rabbit in einem Mordfall zu beweisen – wofür er selbst ein bisschen werden muss wie eine Trickfigur. Eine Spezies, die er eigentlich verabscheut. Aber das nur, weil auch er sich hat täuschen lassen.

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