Spielfilmtipps zum Wochenende:Zärtliche Trampel

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Spielfilmtipps zum Wochenende: Ein zorniger junger Mann, der stets zu einem scheußlichen Monster mutiert, wenn er sich erregt und eigentlich auf Erlösung hofft: der Hulk (Eric Bana).

Ein zorniger junger Mann, der stets zu einem scheußlichen Monster mutiert, wenn er sich erregt und eigentlich auf Erlösung hofft: der Hulk (Eric Bana).

(Foto: Universal Studios)

"Hulk", "Last Christmas", "The Huntsman & The Ice Queen", "Die Venus von Tivoli" und "To the Wonder - Die Wege der Liebe": die Filmtipps zum Wochenende.

Von Fritz Göttler

Hulk

Fantasy, RTL 2, Samstag, 20.15 Uhr

Ein Marvel-Abenteuer von Ang Lee, 2003, eine Version des Märchens von der Schönen und der Bestie. Eric Banas Hulk ist der traurigste aller Superhelden, immer wenn er sich erregt und in Zorn gerät, wird er zum brutalen, unförmigen, scheußlich grünen Monstrum. Endlich ein Held, der sich nicht ständig gedrängt fühlt, die Menschheit zu retten! Nur Jennifer Connelly versteht und erlöst ihn, ganz zärtlich - eben kümmerte sie sich im neuen Top Gun-Film um Tom Cruise. Ganz in Grün arbeitet auch Emilia Clarke in Last Christmas, 2019 (RTL, Sonntag 20.15 Uhr), kostümiert als Weihnachtself, ganzjährig. Sie ist ungeschickt und trampelig wie der Hulk und braucht ebenso dringend Erlösung - die ihr Henry Golding verschafft. Regie führt der geniale Paul Feig, der genau weiß, wie das Herz der amerikanischen Komödie schlägt.

The Huntsman & The Ice Queen

Abenteuer, ZDF, Samstag, 23.30 Uhr

Märchenstunde für die Erwachsenen, 2016, von Cedric Nicolas-Troyan. Eine freie Variation des Schneewittchen-Mythos - der Film ist die Fortsetzung von Snow White & the Huntsman, mit Chris Hemsworth als Huntsman, als Jäger, Kristen Stewart als ein martialisches Schneewittchen. Sie ist nun nicht mehr dabei, aber Charlize Theron als eiskalte Königin. Auch Julia Roberts schnappte sich diese märchenhaft fiese Traumrolle, in Spieglein, Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen, 2012, von Tarsem Singh (Sat 1, Sonntag, 20.15 Uhr). Walt Disneys Schneewittchen-Klassiker von 1937 läuft beim Disney Channel sonntags um 10.10 Uhr. Weil's da im Grund nicht so viel zu erzählen gibt, sieht man detailliert die Wunder der Arbeit: Schneewittchen und die Waldtiere beim Hausputz, die Zwerge beim ausgiebigen Händewaschen.

Die Venus von Tivoli

Lustspiel, 3sat, Samstag, 17.25 Uhr

Eine Schweizer Komödie von Leonhard Steckel, 1953, über eine kleine Theatertruppe. In der Nachkriegsschweiz gestrandet will sie heim nach Südamerika, muss aber erst noch Schulden beim Schweizer Staat begleichen. Hilde Krahl als Prinzipalin wider Willen, der knorrige Heinrich Gretler als Gerichtsvollzieher, als sein Assistent ein junger Akteur mit Schweizer Akzent, eben aus Hollywood zurück: Paul Hubschmid. Ein Jahr später, 1954, entstand Kurt Hoffmanns Das fliegende Klassenzimmer, nach dem Roman von Erich Kästner - der sich selber spielt. Eine bewegende Internatsgeschichte, zwischen Einsamkeit und Solidarität, ein wunderbarer Weihnachtsfilm. Er endet mit einer Theateraufführung des Schüler-Stückes, das dem Film den Titel gibt (RBB, Sonntag, 9 Uhr). Die Vorlagen zu beiden Filmen waren erfolgreich in den Dreißigern.

To the Wonder - Die Wege der Liebe

Liebesfilm, Das Erste, Nacht zu Montag, 1.20 Uhr

Eine verrückte Liebe, 2012, wie immer bei Terrence Malick, Ben Affleck verliebt sich in Paris in die Ukrainerin Olga Kurylenko, sie fahren in die Normandie, dann nimmt er sie und ihre Tochter mit in seine Heimat Oklahoma. Sie geht bald wieder zurück, Affleck erneuert eine Beziehung zur Rancherin Rachel McAdams. Der Film ist eine gewaltige, aus kleinsten Einzeleinstellungen gestückelte Kamerafahrt vorwärts: "Ich will einfach nur eine Zeit mit dir zusammen gehen", sagt Kurylenko. "Terry wollte nicht, dass ich das Drehbuch lese", erzählt Kameramann Emmanuel Lubezki, "damit ich die Szenen rein dokumentarisch filme." (Am Samstag, Arte, 20.15 Uhr, gibt es eine Dokumentation zum Mont-Saint-Michel, "das rätselhafte Labyrinth", das bei Malick das Jenseits im Diesseitigen präsent hält.)

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