Spielfilmtipps zum Wochenende:Grobe Männer

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Spielfilmtipps zum Wochenende: Ein fieser Nebel sucht ein Küstenstädtchen heim, dessen Gründerväter mit Raub und Mord reich wurden.

Ein fieser Nebel sucht ein Küstenstädtchen heim, dessen Gründerväter mit Raub und Mord reich wurden.

(Foto: imago stock&people)

"The Fog", "High Spirits", "Marnie", "Carol", "Der Schrei der Eule" und "50 erste Dates": die Filmtipps zum Wochenende.

Von Fritz Göttler

The Fog - Nebel des Grauens

Horror, Tele 5, Sonntag, 20.15 Uhr

Mit Spukgeschichten am Lagerfeuer beginnt der Film, solche Horror-Heimeligkeit ist nicht ganz das, wofür John Carpenter berühmt wurde: The Fog, 1980, sieht aus wie eine Verschnaufpause. Ein fieser Nebel sucht ein Küstenstädtchen heim, dessen Gründerväter mit Raub und Mord reich wurden. Mit dabei: die Halloween-Heroine Jamie Lee Curtis und ihre Mutter. Ein Geisterstück von Neil Jordan: High Spirits - Die Geister sind willig, 1988. Peter O'Toole will sich gerade aufhängen, da fällt ihm ein, wie er sein Schlösschen in Irland retten könnte - indem er einen Spuk für Touristen inszeniert. Der fällt dann eher lachhaft aus, und mit komischen Effekten kommt der Romantiker Neil Jordan nicht ganz zurecht, aber die Liebesmomente - da kommen die echten Geister ins Spiel - sind sehr bewegend. (Tele 5, Sonntag, 16.35 Uhr).

Marnie

Thriller, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr

Ausgeraubt, mit 9967 Dollar aus dem Safe ist die Sekretärin auf und davon. Die kleine Hexe! Können Sie die Frau beschreiben, fragt der Kommissar. Natürlich, erwidert der Firmenchef: 1,65 m, 110 Pfund, Kleidergröße 34, schwarzes, welliges Haar ... Immer bereit zu Überstunden, immer den Rock runtergezogen, als ob sie ein nationales Kulturgut wäre. Die Frau war zu gut, um wahr zu sein ... Und ihre Referenzen? ... Ähem, natürlich hatte sie Referenzen ... Aber nein, korrigiert die Mitarbeiterin, die dabeisteht, es gab keine Referenzen. Von Marnie ist die Rede, in Alfred Hitchcocks "Me Too"-Thriller von 1964. Tippi Hedren ist die letzte große Hitchcock-Blondine, sie ist frigide und beutet cool die stupiden Rollenerwartungen der Männer aus. Sie ist traumatisiert, dann trifft sie Sean Connery, der heiratet sie und will sie kurieren, mit einer groben Männertechnik, der Psychoanalyse.

Carol

Liebesfilm, Das Erste, Nacht zu Montag, 0.35 Uhr

Etwa ein Jahrzehnt vor Marnie, Anfang der Fünfziger, spielt die Geschichte von Carol, von Todd Haynes 2015 inszeniert nach einem Roman von Patricia Highsmith. Carol muss ihr Leben neu gestalten, als sie erkennt, dass sie Frauen liebt, ihr Mann verweigert die Scheidung, droht sie wegen des "unmoralischen" Lebenswandels von ihrer Tochter fernzuhalten. Cate Blanchett ist Carol, eine glamouröse Haynes-Blondine, aufregender aber ist Rooney Mara, die junge Verkäuferin, die sie liebt. Das Drehbuch ist von Phyllis Nagy, die eben Regie führte bei Call Jane (der in Kürze ins Kino kommt), über eine Gruppe Frauen, die in den Sechzigern anderen Frauen illegal bei Abtreibungen helfen. Ein weiterer Highsmith-Film, auf Thrillereffekte getrimmt: Der Schrei der Eule, 2009, von Jamie Thraves, mit Paddy Considine (One, Samstag, 22 Uhr).

50 erste Dates

Comedy, ZDF Neo, Samstag, 21.35 Uhr

Die Tiermedizin ist ein nicht sehr sauberes Handwerk, die in Hawaii zumal, die sich Seeelefanten widmet mit gewissen Magenbeschwerden, also ist sie in einem Adam-Sandler-Film genau richtig am Platz. Die Geschmacklosigkeiten, mit denen diese Filme prunken, wirken heute sehr viel brutaler als damals, aber dann lernt Dr. Sandler ein blondes Mädchen kennen, Drew Barrymore, das hat ein Problem: Amnesie, nach einem Autounfall reicht seine Erinnerung immer nur einen Tag lang, am nächsten hat es alles wieder vergessen. Adam Sandler als Perpetuum-Gigolo, jeden Tag muss er aufs Neue um es werben. Der Film von Peter Segal, 2004, ist herzzerreißend, und Sandler führt vor, dass in jeder Emotion ein spielerisches Moment steckt. Bei einem Heulkrampf - weil er "nicht lesen kann" - leidet man, auch wenn klar ist, er ist fake, dennoch mit.

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