Spielfilmtipps zum Wochenende:Verheißungsvolle Anfänge

Lesezeit: 2 min

Spielfilmtipps zum Wochenende: Sind beide in eine Heroinabhängigkeit gestrauchelt: Mark Renton und sein Freund Spud (v. r. Ewan McGregor, Ewen Bremner).

Sind beide in eine Heroinabhängigkeit gestrauchelt: Mark Renton und sein Freund Spud (v. r. Ewan McGregor, Ewen Bremner).

(Foto: WDR/Degeto)

"Trainspotting", "Die Monster Uni", "La Boum - Die Fete" und "The Social Network": die Filme zum Wochenende.

Von Stefan Fischer

Trainspotting

Groteske, One, Samstag, 22 Uhr

"Lust for Life" singt Iggy Pop, von dieser Lust, ja Gier aufs Leben sind die Jungs in Edinburgh, um die es hier geht, randvoll. Aber die Energie kennt keine Richtung, kein Ziel. Und deshalb drehen Renton, Spud und Sick Boy hohl in dem herrlich grotesken Film. Niemand wartet auf sie, niemand braucht sie, nicht einmal mit den Mädchen läuft es so richtig. Das liegt aber auch am Heroin, dass sich die Burschen immer wieder spritzen: Es macht sie high, tötet aber die Libido. So schwanken sie zwischen dem Impuls, wegzukommen von den Drogen, um bei den Mädels eine Chance zu haben, und dem Kick, den ihnen jeder neue Schuss verpasst, dem Gefühl, der Größte zu sein und ein Rebell. Darüber verschwenden sie ihre Jugend. Und doch gewährt ihnen der Regisseur Danny Boyle eine Zukunft, wenn auch eine sehr ungewisse.

Die Monster Uni

Animation, Disney Channel, Samstag, 20.15 Uhr

Auch Monster fangen klein an. Nun gut, der Zyklop Mike ist nie groß geworden, rein körperlich gesehen. Aber was heißt wiederum Körper bei einem Wesen, das im Grunde gar keinen hat, nur einen birnenförmigen Kopf mit einem einzigen riesigen Auge darin, von dem vier dürre Extremitäten wegbaumeln? Übergroß sind unterdessen seine Stimmungsschwankungen, die noch ausgeprägter sind als in Die Monster AG. Aber hier ist er noch in Ausbildung, der Pubertät also längst nicht entwachsen und somit in vielem noch wankelmütiger als später dann. An der Monster-Uni lernt er auch erst den zotteligen Sulley kennen, der mal sein bester Kumpel werden wird, noch aber ein Konkurrent ist. Aber bald sitzen die beiden im selben Boot, sind abgestempelt als Loser - und machen das Beste daraus. Was dabei nicht ausbleibt: Sie stiften heilloses Chaos.

La Boum - Die Fete

Komödie, RTL 2, Samstag, 22.35 Uhr

Sophie Marceau war selbst erst 13 Jahre alt, als sie die 13-jährige Vic spielte in dieser Coming-of-Age-Geschichte, die der Regisseur Claude Pinoteau nicht als Drama, sondern als Pubertätskomödie inszeniert hat. Der französische Film war ein Kracher, als er 1981 auch hierzulande in die Kinos kam, er hat eine ganze Generation Heranwachsender geprägt. Seine Stärke ist, dass er die Verdruckstheit und Unbeholfenheit der Jugendlichen nicht der Lächerlichkeit preisgibt. Ganz anders, nämlich weitaus rigider und verklemmter, gehen vor allem die Erwachsenen mit den ersten sexuellen Erfahrungen ihrer Kinder um in Sofia Coppolas Langfilmdebüt The Virgin Suicides, das von Anfang an einen entschieden tragischen Zug hat. Kirsten Dunst war immerhin schon 17, als sie die sextolle Lux gespielt hat (Servus TV, Samstag, 22.05 Uhr).

The Social Network

Drama, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr

Mehr als zehn Jahre ist dieser Film von David Fincher (Regie) und Aaron Sorkin (Buch) inzwischen auch schon wieder alt. Seither, unter anderem, hatten die USA einen Präsidenten, der über Social Media die Meinungsfreiheit missbraucht hat, weil er sie gleichgesetzt hat mit Faktenfreiheit. Mark Zuckerberg, der im Zentrum des Films steht als Protagonist einer Zeitenwende, ist an dieser Entwicklung mitschuldig, weil er ihr nicht Einhalt geboten hat, obwohl er das gekonnt hätte. Er ist nicht mehr bloß der Digitalnerd, dem trotz seiner Sprödigkeit etwas Genialisches anhaftet; der Blick auf ihn hat längst auch eine starke politische Komponente. Diesen Film, der zu Recht ein großer Erfolg war, weil es ihm gelungen ist, den Zeitgeist zu bannen, nun wieder zu sehen, ist auch die Gelegenheit zu überprüfen, wie gut er diese zehn Jahre überstanden hat.

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