Spielfilmtipps zum Wochenende:Im Krieg und in der Liebe

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Sind die Underdogs im Kampf gegen die japanische Übermacht: US-Vizeadmiral William Halsey (Dennis Quaid, r.) und seine Truppen. (Foto: LEONINE Studios)

„Midway“, „Wir kaufen einen Zoo“, „Das Parfum“ und „Adrift – Die Farbe des Horizonts“: die Fernsehtipps zum Wochenende.

Von Pascal Moser

Midway

Actionfilm, Sat 1, Samstag, 22.30 Uhr

Große Bilder darf man bei Roland Emmerich immer erwarten, die gestaltet er besser als die meisten anderen. In Midway sind es Bilder historischer Kriegsschauplätze und einer patriotischen Spannung. Als Sturzkampfpilot ist die Hauptfigur an der Schlacht um die Midwayinseln beteiligt, die als entscheidender Wendepunkt im japanisch-amerikanischen Krieg gilt. Dick Best heißt der Typ. Ist das nicht ein wunderschöner Name? Die Amerikaner sind trotzdem die Underdogs und kämpfen gegen eine überstarke japanische Marine, die im Film eher negativ auffällt. Der Film beginnt mit den Angriffen auf Pearl Harbor und zeigt amerikanische Gegenschläge, also Sturzflüge, Kamikaze-Aktionen, Explosionen und Zerstörung. Ein Film mit Karacho, aber eben auch mit Gefühlen, die das Kriegsdrama vollenden. Besetzt mit Ed Skrein in der Hauptrolle, einem Schauspieler, der mehr Bekanntheit verdient hätte.

Wir kaufen einen Zoo

Romanze, Vox, Samstag, 20.15 Uhr

Kann man ja mal machen: Benjamin Mee, gespielt von Matt Damon, kauft für sich und seine beiden Kinder nicht nur ein Haus, sondern obendrein einen privaten Zoo, der zu dem Anwesen gehört. Dort arbeitet Kelly Foster, die von Scarlett Johansson gespielt wird. Das passt doch perfekt! Sie ist eine erfahrene Tierpflegerin, er ein Journalist ohne Erfahrung mit Tieren und Zoos. Das passt schon weniger. Und überhaupt steht es um den Zoo nicht gerade optimal, finanziell gesehen. Aber aller Anfang ist schwer. Und auch wenn die Arbeitsmoral des kleinen Teams im Zoo bald abnimmt, das Happy End ist bei diesem Cast programmiert. Johansson und Damon schaffen es, die warme Atmosphäre des Films bis zum Schluss zu bewahren. Da überrascht auch niemanden die Liebesgeschichte zwischen Kelly und Benjamin. Ein Film wie eine Feel-Good-Playlist.

Das Parfum

Thriller, Sat 1, Sonntag, 20.15 Uhr

Patrick Süskinds Romanvorlage wird zu Recht zu den modernen Klassikern gezählt. Schauen Sie nach bei Marcel Reich-Ranicki. Der Film ist erst recht grandios. Jean-Baptiste Grenouille ist ein abscheuliches Genie. Man nehme nur einmal die Szene, in der er die Katze seines Lehrmeisters umbringt, um an einem Destillat zu experimentieren. Gut, vielleicht ist er auch kein Genie. Aber abscheulich. Der finstere Held wächst auf stinkenden, elenden Straßen mit einem ausgeprägten Geruchssinn auf. Im Duftkosmos Paris entdeckt er die Macht der Gerüche – und sein erstes Opfer. Fortan zieht er kaltblütig mordend durch das Land und fertigt ein Parfum an aus dem Duft junger Frauen. Kaum zu ertragen? Ganz im Gegenteil, man kann die Augen nicht abwenden. Und Ben Whishaw schafft es als Schauspieler trotz des Gemetzels, das Monster sympathisch aussehen zu lassen.

Die Farbe des Horizonts

Drama, RTL 2, Sonntag, 22 Uhr

Bon voyage, ihr Turteltäubchen, sagt die Freundin zu Beginn. Eine junge Frau namens Tami und ihr Verlobter Richard machen eine Segeltour im Pazifischen Ozean und fahren von Tahiti nach Kalifornien. So weit, so gut. Sturmwarnung gecheckt? Ist schon ziemlich wichtig, wenn man nicht von Bord gefegt werden oder alleine auf offener See aufwachen möchte. Doch genau das passiert, ein Sturm rast auf die beiden zu, und – es ist übrigens eine wahre Geschichte – die Reise wird zum Albtraum. Sie müssen nach der Katastrophe mit einem zerstörten Boot nach Hawaii kommen und um ihr Überleben kämpfen. Kein guter Film für Kreuzfahrttouristen, perfekt jedoch für Nervenkitzel auf der Couch. Vor allem dank der hervorragenden Shailene Woodley, die schon in Das Schicksal ist ein mieser Verräter ihr Faible für das entsetzlich Tragische bewiesen hat.

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