Spielfilmtipps zum Wochenende:Amerikanische Helden

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Spielfilmtipps zum Wochenende: "Ich habe was mitgebracht": Barry Seal (Tom Cruise) verdingt sich als Drogenkurier für das Syndikat von Pablo Escobar.

"Ich habe was mitgebracht": Barry Seal (Tom Cruise) verdingt sich als Drogenkurier für das Syndikat von Pablo Escobar.

(Foto: David James/ZDF)

"El Dorado", "Amore", "Ready Player One", "Duell" und Tom Cruise in allen Lebenslagen: die Filmtipps zum Wochenende.

Von Fritz Göttler

Barry Seal

ZDF, Nacht zu Sonntag, 2.45 Uhr

Ein Wochenende mit Tom Cruise, der sich seit Jahrzehnten mit dem Bild des amerikanischen Helden befasst. Als Barry Seal in Doug Limans Film von 2017 ist er ein Flieger, der in den Achtzigern Kokain transportiert für das Drogensyndikat des Pablo Escobar. Bis er von der CIA erwischt, zu geheimer Mitarbeit genötigt wird und zwischen alle möglichen Schusslinien gerät. Außerdem: Eine Frage der Ehre, 1992, von Rob Reiner (ZDF, Nacht zu Sonntag, 0.35 Uhr), Jerry Maguire - Spiel des Lebens, 1996, von Cameron Crowe (RTL 2, Sonntag, 23.20 Uhr), Last Samurai, 2003, von Edward Zwick (Sat 1, Samstag, 22.05 Uhr). In Oblivion, 2013 (RTL 2, Sonntag, 20.15 Uhr), kämpft Cruise nach einer Alien-Invasion um die Zukunft der Erde und die eigene Identität. Regie führte Joseph Kosinski, der dann Top Gun: Maverick machte, den neuesten Cruise, der über eine Milliarde Dollar einspielte.

El Dorado

Western, NDR, Samstag, 20.15 Uhr

Das späte Meisterstück von Howard Hawks, 1966, ein Alterswestern. John Wayne muss sich nun auf seinen Appaloosahengst helfen lassen, Robert Mitchum krümmt sich vor Bauchgrimmen infolge einer radikalen Entziehungskur (Cayennepfeffer!). Alle haben irgendwie Spaß an ihrer Hinfälligkeit. Wie immer bei Hawks besteht die Action vor allem darin zu warten, den richtigen Moment abzupassen, um zu reagieren, blitzschnell, brutal. Das Städtchen El Dorado wird von einem fiesen Viehbaron kontrolliert, ein verschwörerischer Trupp aufrechter Helden versucht, es von dem zu befreien. Sie haben ein exzellentes Stellungsspiel, wenn sie nachts mal durch die leeren Straßen patrouillieren, zwischen Schatten und Licht. Das letzte Duell überlebt Wayne nur durch ein böses Foul - das Ende der von Hawks so geliebten professional courtesy.

Amore

Komödie, BR, Samstag, 23.10 Uhr

Einer der wahren deutschen Independents: Klaus Lemke. Vehement kämpft er für die Unabhängigkeit des Kinos, auch und vor allem von Fördergeldern. In den Siebzigern kam er mal für ein paar Jahre beim Fernsehen unter, wo er kleine improvisierte Komödien drehte, zwischen Katzelmacher und Monaco Franze, mit Cleo Kretschmer und Wolfgang Fierek, die leider nie den Ruhm von Uschi Glas und Werner Enke schafften. Amore von 1978 ist eine vitale Großmarkhallen-Romanze mit Italo-Touch. In seinem neuen Film Champagner für die Augen - Gift für den Rest erzählt Lemke von seinen wilden Filmjahrzehnten, der Film wird Anfang Juli im BR gezeigt. Lemke ist bekennender Hawks-Fan, dessen Filme hat er mit seinen Freunden im Münchner Kino Türkendolch gesehen, mit all den tollen Frauen und den Männern, die alle losers waren.

Ready Player One

Science Fiction, Pro Sieben, Sonntag, 20.15 Uhr

Oasis heißt das furiose, von einem genialen Computerfreak konzipierte Videospiel, in das alle Welt im Jahr 2045 sich flüchtet in diesem Film von Steven Spielberg, aus dem Jahr 2018. Anders wäre die öde Realität der Barackentürme der Großstädte nicht zu ertragen. Es gibt fetzige Rennen in der alternativen Realität und versteckte "Ostereier", und die künstlichen Spieler-Ichs sind allemal vitaler und schöner als die Menschen. Ein anderes Rennen, eine andere Flucht gibt es in Duell, Spielbergs erstem Langfilm, 1971 (Tele 5, Sonntag, 22.55 Uhr). Ein Mann, allein unterwegs in der kalifornischen Wüste in einem roten Plymouth Valiant, wird gejagt von einem schmierigen Tanklaster, einem Peterbilt 281, dessen Fahrer man nie zu sehen bekommt. Abstrakte Action in einer leeren Landschaft, inszeniert wie ein frühes Videospiel.

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