Spielfilmtipps zum Wochenende:Er will nur spielen

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Spielfilmtipps zum Wochenende: Noch sind sie Partner, bald werden sie Rivalen sein. Tom Cruise und Paul Newman in "Die Farbe des Geldes".

Noch sind sie Partner, bald werden sie Rivalen sein. Tom Cruise und Paul Newman in "Die Farbe des Geldes".

(Foto: Buena Vista Pictures/imago/Everett Collection)

"Die Farbe des Geldes", "Iron Man", "Der Eissturm", "Love & Mercy" und "Ex Machina": die Filmtipps zum Wochenende.

Von Kathleen Hildebrand

Die Farbe des Geldes

Drama, Arte, Sonntag 20.15 Uhr

1986 war das Jahr, in dem Tom Cruise mit "Top Gun" weltberühmt wurde. Wäre der Flugzeugfilm damals gefloppt, hätte er es aber im selben Jahr höchstwahrscheinlich trotzdem geschafft. Nämlich an der Seite von Paul Newman in diesem makellosen Film von Martin Scorsese. Cruise spielt hier energiegeladen und niedlich naiv den halbstarken Vincent, der vom Ex-Poolbillard-Profi Eddie Felson als Naturtalent entdeckt und durch die Poollokale geführt wird - das große Geld immer halbkriminell im Blick. Noch ein großer Star in diesem Klassiker: die irre originelle Kamera von Michael Ballhaus. Sie kommt den Billardkugeln bei ihrem eleganten Tanz ganz nah.

Iron Man

Actionfilm, Pro Sieben, Freitag 20.15 Uhr

Ein Film aus der Zeit, als Superhelden in Superheldenfilmen noch nicht immer traurig gucken mussten, weil es gerade mal wieder um den Fortbestand des Universums geht. Robert Downey Jr. schafft es mit seinem selbstironischen Charme, sogar einen megareichen Waffenfabrikanten halbwegs sympathisch zu machen. Das muss er aber nur im allerersten Teil des Films. Denn dann erkennt Tony Stark, in was für einem ethisch mangelhaften Business er da tätig ist, schwört den Waffen ab und baut stattdessen, was sonst, einen hypermodernen Kampfanzug. "Iron Man" ist sehr amerikanisch und ein großer lustiger Action-Spaß.

Love & Mercy

Biografie, 3sat, Samstag 23.10 Uhr

Filmbiografien über berühmte Künstler gibt es viele, aber diese hier ist etwas Besonderes. Regisseur William Pohlad zeigt die Entstehung des Popalbums "Pet Sounds" von Brian Wilson, dem Komponisten und Bandmitglied der Beach Boys - er blieb wegen einer Panikattacke im Flugzeug zu Hause, während die anderen auf Welttournee gingen, und tüftelte an neuen Songs. "Pet Sounds" veränderte dann alles für den Pop. Pohlad überblendet Wilsons Beach-Boys-Zeit in den Sechzigern (hier wird er vom großartigen Paul Dano gespielt) mit Szenen aus den Achtzigerjahren mit John Cusack in der Hauptrolle. Man begegnet dem Erfinder des California Sound also gleich doppelt. Beide sind dazu noch ständig im Wandel und geplagt von seelischem Chaos, Drogen, Medikamenten. William Pohlad findet dafür fantastische Bilder und Szenen von großer cineastischer Kunstfertigkeit.

Ex Machina

Science Fiction, ZDF Neo, Samstag 23.10 Uhr

Mit diesem beklemmenden, innovativen Science-Fiction-Film gab Alex Garland 2015 sein Debüt als Regisseur, als Drehbuchautor war er da schon lange einer der Großen des Genres. Domhnall Gleeson spielt den jungen Programmierer Caleb, der ein paar Tage in der abgeschotteten Wildnis-Villa seines Chefs verbringen darf. Er soll dort an einem geheimen neuen Projekt mitarbeiten: der Roboterfrau Ava (Alicia Vikander), die mit einer bahnbrechenden künstlichen Intelligenz ausgestattet ist. Sie und Caleb kommen sich näher, während immer deutlicher wird, dass dem Tech-Guru (Oscar Isaac) seine Allmachtsfantasien gegenüber seiner Schöpfung entgleiten. Unvergesslich die perfekt choreografierte Tanzszene zwischen Isaac und einer Guru-Assistentin, die zwischen Ausgelassenheit und Grusel oszilliert.

Der Eissturm

Drama, ARD, Nacht auf Montag 0.05 Uhr

Aus dem Genre des Obere-Mittelschicht-Ennui-Dramas ragt diese Literaturverfilmung heraus. Nicht nur wegen der hervorragenden Schauspieler, die hier die erwachsenen und pubertierenden Mitglieder mehrerer gut situierter Familien in Connecticut spielen - Kevin Kline, Sigourney Weaver, Tobey Maguire und Elijah Wood, Christina Ricci und Katie Holmes - sondern auch wegen des subtilen Gefühls der Bedrohung, mit dem Regisseur Ang Lee das Ganze unterlegt. Es ist Thanksgiving, Anfang der Siebziger. Die Nachbarschaft trifft sich zu einer Party, und während die Eltern die Eintönigkeit ihres Daseins mit etwas sexueller Freizügigkeit aufpeppen wollen (das durch diesen Film berühmt gewordene Schlüsseltausch-Spiel), macht der Nachwuchs nebenan seine eigenen Erfahrungen. Im Fernsehen schwitzt Richard Nixon. Dass dieses Wochenende auf eine Tragödie hinausläuft, ist so sicher wie der herannahende Eissturm. Aber als sie dann kommt, hat sie gar nichts mit Sex zu tun, sondern ist viel existenzieller. Nach dem Ende dieses Films läuft man jedenfalls nie wieder sorglos unter Stromleitungen durch.

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