Spielfilmtipps zum Wochenende:Zur Jagd freigegeben

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Spielfilmtipps zum Wochenende: Ein bisschen ungelenk unterwegs im Leben, das ihn ganz schön fordert: Barry Egan (Adam Sandler).

Ein bisschen ungelenk unterwegs im Leben, das ihn ganz schön fordert: Barry Egan (Adam Sandler).

(Foto: Mary Evans/Imago Images)

"Punch-Drunk Love", "Eins, zwei, drei", "Der Teufelshauptmann", "Das rote Zelt", "Sunshine", "Küss den Frosch" und "Hexen hexen": die Filmtipps zum langen Wochenende.

Von Fritz Göttler

Punch-Drunk Love

Komödie, Servus TV, Samstag, 20.15 Uhr

Adam Sandler als Kleinunternehmer in Los Angeles, er ist ein bisschen ungelenk, wenn es um Frauen geht, kein Wunder bei sieben Schwestern! Eines Abends wählt er beim Telefonsex dummerweise eine fiese Lady, die ihn nach vollbrachter Leistung weiter ausnehmen will. Er deckt sich haufenweise mit Pudding ein, und mit einer Angebeteten fliegt er nach Hawaii. Paul Thomas Anderson hat das 2001 mit schöner Gemächlichkeit erzählt. Ein ganz anderes Tempo legt der rabiate James Cagney vor in Eins, zwei, drei, 1960, von Billy Wilder, als Berlin-Manager des Großunternehmens Coca-Cola, im Verein mit zackigen deutschen Chargen, denen man ansieht, wes Geistes Kinder sie sind. Er muss den DDR-Pimpf Horst Buchholz umfunktionieren, der liebt das Töchterchen seines Chefs (One, Montag, 14.25 Uhr)!

Der Teufelshauptmann

Western, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr

Wie ein Land mit Verlusten und Niederlagen und Zerstörungen umgeht ... darum geht es in den Filmen von John Ford, auch in diesem Western von 1949. Ein Kavallerieposten weit im Westen, nach dem Ende des Bürgerkrieges. Verschiedene Indianerstämme sammeln sich, um vereint gegen die Siedler loszuschlagen - die Büffelherden sind zurückgekehrt, das ist ein erfolgversprechendes Zeichen. Als einfache Soldaten dienen nun Männer, die einst in der Armee des Südens Offiziere waren - einem wird beim Begräbnis eine kleine handgenähte Konföderiertenflagge auf den Sarg gelegt. Die Technicolorfarben sind dicht und erdig, das Gelb der Uniformen leuchtet. (She Wore a Yellow Ribbon ist der Originaltitel.) Die Luft ist klar und eisig. Zu Beginn erfahren die Soldaten von der Niederlage General Custers am Little Big Horn: "Es wird ein harter und blutiger Winter werden."

Das rote Zelt

Katastrophenfilm, Arte, Montag, 20.15 Uhr

Das Luftschiff des Arktis-Pioniers Nobile stürzt am Nordpol ab, die Rettungsversuche fordern weitere Opfer, auch Roald Amundsen - es ist das Jahr 1928. Italienische Traumabewältigung, 1968, international inszeniert von Michail Kalatosow, mit Claudia Cardinale und Hardy Krüger, Sean Connery als Amundsen, Musik: Ennio Morricone. Kalatosow gewann 1958 in Cannes die Goldene Palme mit Wenn die Kraniche ziehen. Sein Kino ist süchtig nach Bewegung, aber hier ist nur ewiges Weiß, Erstarrung, Tod. Ein Gegenstück: Sunshine, von Danny Boyle, 2007 (Sat 1, Nacht zu Montag, 0.40 Uhr). Die Sonne erkaltet, das Leben auf der Erde ist bedroht, das Raumschiff Icarus II zieht los, um die Sonne mit einer Explosion wieder zum Leben zu erwecken. Aber sind die Menschen das wert, gerettet zu werden, und zu welchem Preis?

Küss den Frosch

Animation, Disney Channel, Samstag, 20.15 Uhr

Ein Zeichentrick-Märchen aus den Roaring Twenties. 2009, von John Musker & Ron Clements. Das afroamerikanische Mädchen Tiana träumt vom eigenen Speisehaus. Als ein Prinz New Orleans besucht und dummerweise durch Voodoo in einen Frosch verwandelt wird, sieht sie ihre Chance: Hilft sie ihm zurück, will er ihr auch behilflich sein. Sie versucht's - man kennt das Procedere aus Märchen -, aber beim Kuss wird sie selber grün. Die Kritiker waren unentschieden über Disneys Versuch in Sachen Diversität, aber der Film ist eine tolle Show, mit Songs von Randy Newman und einem trompetenden Alligator namens Louis (wie Armstrong). Von Menschen und/als Mäusen erzählt Hexen hexen, von Nicolas Roeg, Jungs und Mädchen werden verhext und zur Jagd freigegeben, die Oberhexe ist Anjelica Huston (Tele 5, Sonntag, 20.15 Uhr).

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