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Serien-Lügen:Ab in die nächste Galaxie!

Seelsorge auf Kommandobrücke

traumschiff

Liebestipps im Steuerhaus des Traumschiffs? Ein Sicherheitsrisiko!

(Foto: Dirk Bartling)

Genre: Herzschmerz-Serien

Die Lüge: In fast jeder Folge des Traumschiffs kommt es zur dramatischen Aussprache an der Kommandobrücke, also dem Steuerhaus des Schiffs. Dort berät der Kapitän dann das junge Liebespaar - oder organisiert mit den Wedding Plannern die nächste Hochzeit an Bord.

Die Wahrheit: In der Realität haben Kreuzfahrtgäste keinen Zugang zur Kommandobrücke. "Das ist ein Hochsicherheitsbereich, ähnlich wie das Cockpit eines Flugzeugs", sagt Helge Grammerstorf vom Kreuzfahrtverband CLIA. Zudem habe der Kapitän an Bord viele wichtige Aufgaben, "Beziehungstipps zu geben, gehört allerdings nicht zu den Prioritäten".

Warum die Lüge liebenswert ist: Von der Brücke aus ist nun mal der Sonnenuntergang am besten zu sehen. Kathrin Müller-Lancé

Explodierende Karren

Alarm für Cobra 11

Die Gefahr des Fahrens: Die deutsche Autobahn als explosives Abenteuer: Alarm für Cobra 11.

(Foto: RTL)

Genre: Action-Serien

Die Lüge: Man nehme Ganoven in schnellen Wagen, schneidige Ermittler, eine Verfolgungsjagd auf Asphalt, und fertig ist die explosive Mischung. In Alarm für Cobra 11 gehen Fahrzeuge ständig in die Luft, allein in den ersten zwanzig Serienjahren wurden dafür mehr als 5000 Stück zerstört.

Die Wahrheit: "Solche Explosionen sind extrem unrealistisch", sagt ein ADAC-Sprecher. Dazu komme es nur, wenn der Autotank beschädigt werde. Der sei jedoch heute so verbaut, dass das kaum passieren könne. Die wenigen Unfälle, bei denen es doch der Fall sei, seien meist so schwer, dass Insassen nicht überleben. Flucht aus explodierendem Auto: unwahrscheinlich.

Warum die Lüge liebenswert ist: Wenn's knallt und leuchtet, ist der Mensch glücklich. Siehe: Silvester. Jacqueline Dinser

Volle Lichtgeschwindigkeit

Genre: Science-Fiction

Die Lüge: Wer nicht 4000 Jahre unterwegs sein will, um mal was Spannendes zu sehen, darf nicht wie Apollo 11 durchs Weltall tuckern, der muss mit einem unfassbaren Tempo unterwegs sein. Am besten mit Lichtgeschwindigkeit. Knapp 300 000 Kilometer pro Sekunde. Sonst geht nix vorwärts.

Die Wahrheit: Frag den Astrophysiker Harald Lesch: Licht kann nur so schnell werden, weil die Teilchen masselos sind. Und wenn wir alle so dünn wie Skispringer wären - ein Mikrogramm Masse ist schon viel zu schwer für Lichtgeschwindigkeit.

Warum die Lüge liebenswert ist: Das Weltall ist ein grenzenloser Raum für Begegnungen der fantastischen Art. Ist das nicht toll? Und das sollen wir uns entgehen lassen? Also: Doppelte Lichtgeschwindigkeit, ab in die nächste Galaxie! Harald Hordych

Freilaufende Robenträger

Genre: Anwaltsserien

Die Lüge: Um einen Zeugen besonders eindringlich zu befragen oder ein Plädoyer flammend vorzutragen, verlassen die Anwälte in Suits, Good Wife, Ally McBeal oder Danni Lowinski schon mal ihren Platz hinter dem Tisch und laufen gestikulierend mit bedeutungsschweren Schritten im Gerichtssaal umher.

Die Wahrheit: "Die wichtigsten Verteidigungsmittel sind eine gute Fragetechnik und Beweisanträge", sagt die Berliner Strafverteidigerin Eda Tekin. Dass Anwälte oder Richter bei einer Befragung oder einem Plädoyer umherlaufen, habe sie noch nie beobachtet. Juristen, die in Robe durchs Gerichtsgebäude flanieren, seien ebenfalls eher selten zu sehen: "Die Robe zieht man in der Regel nur zur Verhandlung an."

Warum die Lüge liebenswert ist: Sitzen ist das neue Rauchen. Kathrin Müller-Lancé

Fernsehkrimi Wie realistisch ist der Tatort?

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