Spielfilmtipps zum WochenendeMenschen im Überlebensmodus

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Leben in der geschützten Miniaturwelt „Leisureland“: Die zwangsgeschrumpfte vietnamesische Dissidentin Ngoc Lan Tran und der amerikanische Physiotherapeut Paul (Hong Chau, Matt Damon).
Leben in der geschützten Miniaturwelt „Leisureland“: Die zwangsgeschrumpfte vietnamesische Dissidentin Ngoc Lan Tran und der amerikanische Physiotherapeut Paul (Hong Chau, Matt Damon). Paramount Pictures

„Downsizing“, „Sorry We Missed You“, „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ und „Was Frauen wollen“: die sehenswertesten Filme im TV-Programm des Wochenendes.

Von Stefan Fischer

Downsizing

Science-Fiction, Sat 1, Samstag, 20.15 Uhr

Wäre das nicht die Lösung für einige der drängendsten Probleme der Menschheit? Wenn wir nur noch ungefähr zwölf Zentimeter groß wären? Wir bräuchten weit weniger Nahrung und Energie, würden deutlich weniger Müll verursachen und nicht immer noch mehr Flächen zubetonieren – kurz: Wir würden nicht länger erheblich mehr Ressourcen verbrauchen, als die Erde reproduzieren kann. Der Regisseur Alexander Payne und sein Co-Autor Jim Taylor haben solch ein Szenario vor knapp zehn Jahren einmal durchgespielt, unter der fantastischen Annahme, es wäre wissenschaftlich problemlos, wenn auch unumkehrbar möglich, Menschen derart zu schrumpfen. Nun hassen die meisten Menschen allerdings kaum etwas so sehr, wie sich kleinzumachen. Deshalb passieren in dieser Geschichte zwei Dinge: Die große Mehrheit lässt sich gar nicht erst schrumpfen. Und die progressiven Winzlinge lassen die Sau raus – weil: schadet ja nichts.

Sorry We Missed You

Drama, 3 Sat, Samstag, 23.25 Uhr

Er macht einfach immer weiter: Ken Loach wird im Sommer 90 Jahre alt, und seit „Sorry We Missed You“ von 2019 hat er auch schon wieder einen neuen Film gedreht – „The Old Oak“ (ob das wirklich sein letzter war, wie gemutmaßt wird?) – und einen zweiten produziert. Die Geschichten gehen ihm nicht aus, weil der Kapitalismus, das ist ihm immanent, zu viele Verlierer zurücklässt in seiner Heimat Großbritannien – nicht nur dort natürlich, aber das ist Loachs Revier. Hier erzählt er die Geschichte einer Familie mit bescheidenen Ansprüchen ans Leben: Abby und Ricky (Debbie Honeywood, Kris Hitchen) wollen eigentlich nur, dass sie nicht unentwegt von Sorgen geplagt werden. Dass das wenige, das sie haben, nicht auch noch verloren geht. Ricky glaubt, als Paketbote könne er das gewährleisten. Doch mit der vermeintlichen Freiheit als selbständiger Subunternehmer ist es nicht weit her.

Der Marsianer – Rettet Mark Watney

Science-Fiction, Sat 1, Sonntag, 20.15 Uhr

Es muss schnell gehen, sehr schnell. Ein Sandsturm bläst heran, damit ist auf dem Mars nicht zu spaßen. Zurück also zur Erde, bevor es zu spät ist. Einer aus dem Raumfahrtmissions-Team jedoch bleibt zurück, weil ihn die anderen für tot halten. Doch Mark Watney lebt, schwer verletzt. Auf einmal muss er alles selbst sein: Arzt – das ist Neuland für ihn –, Ingenieur und Biologe – davon versteht er etwas –, Videojockey seiner eigenen Eremitenexistenz – das lernt er. Ridley Scott inszeniert Matt Damon als allürenfreien Außendienstmitarbeiter der Nasa im Katastrophenfall. Rettung ist Jahre entfernt. Andererseits ist die Menschheit live dabei, und so ist Watney zugleich weit entfernt und ganz nah … Vielleicht geht das eines Tages tatsächlich: Kartoffeln pflanzen auf dem Mars. Und vielleicht sogar auch, dass Amerikaner und Chinesen friedvoll für eine gute Sache zusammenarbeiten.

Was Frauen wollen

Komödie, Sixx, Sonntag, 20.15 Uhr

Filme haben ihre Zeit, die meisten jedenfalls. Weshalb es spannend sein kann, sie sich nach ein, zwei, drei Jahrzehnten nochmals vorzuknöpfen und zu schauen, was sie heute noch zu erzählen haben. Wie diese Komödie von Nancy Meyers, 2000 in die Kinos gekommen. Mit einem Hauptdarsteller, Mel Gibson, der vielleicht selbst nicht bemerkt hat, dass er darin eine Figur spielt, die nicht mehr tragbar ist. So wie er selbst bald nicht mehr tragbar war, jedenfalls für den ernster zu nehmenden Teil seiner Branche. Der cowboyhafte Macho Nick Marshall (sic!) rechnet mit einer Beförderung, doch eine Frau – Helen Hunt – wird ihm vorgezogen und -gesetzt. Zugutehalten kann man Nick, dass er sich Mühe gibt, die Zeichen der Zeit zu verstehen. Aber das Niveau, auf dem er beginnt, ist dürftig. Seither ist die Situation disparater: Manches hat sich positiv verändert, anderes nicht – und dem entgegen steht ein gewaltiger Backlash. Vor diesem Hintergrund ist „Was Frauen wollen“ keinesfalls aus der Zeit gefallen.

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