Der Zauber von Malèna
Melodram, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr
Niemand in dem sizilianischen Dorf Castelcutò kann sich dem Zauber der schönen Malèna (Monica Bellucci) entziehen. Und das bekommt ihr nicht gut: Die Frauen sind eifersüchtig, die Männer lüstern. Sogar der erst zwölfjährige Renato (Giuseppe Sulfaro), der noch kindlich kurze Hosen trägt und beim Friseur eine Sitzerhöhung braucht, himmelt die – verheiratete – Frau an. Ihr Mann ist im Krieg, das macht sie in den Augen der übrigen Bewohner zu Freiwild. Der Regisseur Giuseppe Tornatore erzählt diese Geschichte aus der Sicht des Jungen, der so gerne schon erwachsen wäre, um die Unerreichbare doch erobern zu können. Dass ihn sein kindliches Alter schützt vor dem Zugriff des faschistischen Systems, vor Mussolinis Armee, dem Kampf fürs Vaterland – das begreift er nicht. Und als dann die neue Zeit kommt, ist sie in Castelcutò für einige keine bessere. Im Gegenteil.
Die Stadt der verlorenen Kinder
Fantasy, Tele 5, Sonntag, 20.15 Uhr
Ein alter Mann mit dem irritierenden Namen Krank, gespielt von Daniel Emilfork, wäre gerne jung – das ist die Konstellation in diesem Schauermärchen von Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro. Jeunet ist unter den französischsprachigen Regisseuren derjenige mit dem größten Hang zu skurrilen, aberwitzigen, grotesken Geschichten und Sujets. „Delicatessen“ war sein Debüt, 1991, es folgten unter anderem „Alien – Die Wiedergeburt“, „Die fabelhafte Welt der Amélie“ sowie der sehr aufsässige „Micmacs“. Dieser Krank ist der Typ verrückter Wissenschaftler, er schließt Kinder an eine furchteinflößende Apparatur an, um deren Gehirnströme und damit deren Träume anzuzapfen. Er selbst kann nicht träumen. Doch die Fantasien der Kinder verwandeln sich vor Kranks innerem Auge in Albträume. So dystopisch die Welt ist, die Jeunet und Caro zeigen: In den Kindern hat sie etwas sehr Tröstliches.
Geboren am 4. Juli
Antikriegsfilm, Arte, Sonntag, 21.40 Uhr
Der Regisseur Oliver Stone erzählt in seinen Filmen häufig sehr konkret an der amerikanischen Geschichte und Politik entlang. In „Geboren am 4. Juli“ sind es aber nicht die Mächtigen und ihr Handeln, die im Zentrum stehen. Sondern ein einfacher, prototypischer Amerikaner. Der als Soldat im Vietnamkrieg gekämpft hat und dort schwer verwundet worden ist. Tom Cruise spielt diesen Ron Kovic, es ist eine authentische Geschichte, es ist Kovics Schicksal, das Stone und Cruise hier vorstellen. Der Veteran ist aufgrund seiner Kriegsverletzung bauchabwärts gelähmt. Sein altes Leben kann er nicht wieder aufnehmen, er wird zum Säufer und fühlt sich verhöhnt von denen, die gegen den Vietnamkrieg protestieren. Erst als er seinen soldatischen Stolz abstreift, findet er wieder zu sich und zu neuer Zuversicht. Dafür muss er auch seine Haltung zu diesem Krieg überdenken.
Die Verurteilten
Drama, RTL 2, Samstag, 22.30 Uhr
Vor dreißig Jahren hat Frank Darabont diesen raffinierten Film gedreht, der auf der maßgeblichen Kino-Onlineplattform Internet Movie Database (IMDb) seit Jahren derjenige mit der besten Bewertung ist: 9,3 von 10 Punkten erhält das Gefängnisdrama, das auf einer Novelle von Stephen King basiert, im Durchschnitt, ihr Urteil haben mehr als drei Millionen Nutzer der Seite abgegeben. Tim Robbins spielt in „The Shawshank Redemption“, so der Originaltitel, einen Banker, der 1947 unschuldig für den Mord an seiner Frau und deren Liebhaber verurteilt wird. Er ist ein Fremdkörper unter den brutalen Häftlingen, steigt auf Nebenwegen jedoch langsam auf in der Hierarchie – und wird schließlich auch für den Gefängnisdirektor unentbehrlich. Am Ende erweist sich, dass er über lange Jahre mit eiserner Disziplin einen Plan verfolgt hat, der sich um Freiheit dreht und um Rache.

