TV-Kritik: Wok-WM:Weil halt Winter ist

Lesezeit: 4 min

Es ist wieder Wok-WM, doch der Spaß will nicht so recht aufkommen am und im Eiskanal von Innsbruck. Sogar der ehrgeizige Erfinder Stefan Raab ist seltsam weichgespült.

Verena Wolff

Der Winter dauert hierzulande gefühlt schon mindestens sieben Monate. Doch noch ist er nicht vorbei: Denn der Frühling darf in TV-Deutschland erst einziehen, wenn sich Stefan Raab und diverse Prominente auf handelsüblichen Reisschüsseln eine Bobbahn heruntergestürzt haben.

Wok-WM

Landete in seiner Reisschüssel auf Platz vier: Entertainer und Wok-WM-Erfinder Stefan Raab.

(Foto: dpa)

Zum neunten Mal bereits zeigt Pro Sieben die Wok-WM. Die Truppe ist zu Gast auf der Olympia-Bob-, Rodel- und Skeletonbahn in Innsbruck-Igls. Vierzehn bis zu sieben Meter hohe Kurven hat die Bahn, die fester Bestandteil jedes Weltcup-Winters der Rodler und Bobfahrer ist, 1270 Meter ist sie lang und gilt als eine der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt.

"Nur wer gegen den Wind kotzt, ist mutig"

Das bekannte Team - Matthias Opdenhövel als Moderator, Sonya Kraus in quietschgrüner Wurstpelle als Ziel-Interviewerin -wurde verstärkt: Am Start der Eisbahn sitzt, blondgefärbt, brav gescheitelt und gefällig anzusehen, die Innsbruckerin Mirjam Weichselbraun.

Ihre Aufgabe ist einfach, sollte man meinen: Sie soll kurze Interviews und Eindrücke sammeln. Smalltalk eben. Ihre größte Kompetenz offenbar ist, dass sie weiß, wo die Bahn anfängt und wo sie aufhört. Ansonsten erklären ihr die mehr oder weniger Prominenten in den Einser- und Vierer-Reisschüsseln aus ihren in Helme eingeklemmten Mündern, wie sie sich fühlen und was sie im Eiskanal auszurichten gedenken.

Dabei tönen so intelligente Sachen in den Nachthimmel wie "nur wer gegen den Wind kotzt, ist mutig". O-Ton Katrin Holtwick, Beachvolleyball-Nationalspielerin. Apropos Kotzen: Rolfe Schneider, einst Juror bei Germany's Next Topmodel und recht nah am Wasser gebaut, wollte eigentlich im Viererbob antreten. Solche Sachen allerdings sind nichts für den 56-Jährigen, denn er mag auch "Achterbahnen und so einen Kram" nicht. Doch es fehlte nicht an Mut - der Rheinländer düste in der Qualifikation am Freitag den Eiskanal runter, schreckliche Angst allerdings war dabei. Solche Angst, dass er in Ohnmacht fiel. Im Wok.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB