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TV-Kritik: "Hart aber fair":Kopfrechnen - eher schwach...

Erst im letzten Drittel der TV-Sendung wird die Runde deutlich munterer, mitunter auch aggressiver. Quotenfrau Koch-Mehrin muss an den imaginären Pranger - weil die FDP trotz leerer Kassen auf Steuersenkungen pocht. Es sei "nicht redlich, mit diesen Punkten wieder durch die Lande zu laufen", geißelt Stockheim das Ansinnen der FDP.

Hickel setzt noch einen drauf: "Sie machen den Staat ärmer" und "Die Kommunen pfeifen aus dem letzten Loch", ätzt der Ökonom Richtung FDP-Frau. Und SPD-Mann Eichel, der mit seinem knackig-braunen Teint aussieht, als habe er gerade sechs Wochen Urlaub auf einer griechischen Insel bei allerfeinstem Sonnenschein hinter sich, kann's noch toppen. "Ich hatte mit Ihren Leuten genug zu tun", giftet der "Eiserne Hans" die Liberale Koch-Mehrin an. Die Angeschossene selbst bleibt völlig ruhig. Das Steuersenkungsversprechen vor der Wahl sei ein Gebot der Ehrlichkeit. "Das wollen wir einlösen."

Auch Talkmaster Plasberg löst am Ende der Sendung ein Versprechen ein - die Auflösung des zur Mitte der Show kurz vorgestellten Rechenspiels mit der Schuldenuhr. Um wie viel steigt die Staatsverschuldung in 75 Minuten Sendezeit an? Kommunikationsberater Stockheim und Ex-Finanzminister Eichel tippen auf 15 Millionen Euro, Sachsens ehemaliger Regierungschef 25 Millionen. Allesamt nicht schlecht geschätzt, doch Ökonom Hickel hat besser kalkuliert; er überbietet den Zielwert von 20 Millionen Euro nur knapp.

Und FDP-Frau Silvana Koch-Mehrin? Nun ja, sie bezeichnet Plasberg als eine Art Pilawa. Und sie übt noch, Kopfrechnen ist einfach nicht ihre Stärke. Den Anstieg der deutschen Staatsverschuldung veranschlagt sie mit 6000 Euro - in 75 Minuten Sendezeit.

Nur gut, dass die FDP im vergangenen Herbst nicht den Zuschlag für das Finanzministerium bekommen hat.