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TV-Kritik: Goldene Kamera:Ein bisschen Hollywood, ein paar echte Weltstars

Was soll man sonst erzählen über einen Abend, der als der Abend der Rückkehr von Monica Lierhaus in die Fernsehgeschichte eingehen wird?

Von Preisen für Lena Meyer-Landrut und Günther Jauch, von Auftritten von Eros Ramazzotti und Gloria Gaynor? Von Christine Neubauers gewaltigem Dekolleté und den Blicken der Frauen im Publikum, als sie damit auf die Bühne kommt? Davon, dass Jan-Josef Liefers und Axel Prahl, die Münsteraner Tatort-Ermittler, wenig überraschend von den Hörzu-Lesern zum beliebtesten deutschen Ermittlerteam gewählt werden und sich daraufhin küssen?

Glamour, wo bist du geblieben?

Wahrscheinlich bliebt nur noch eines zu erzählen: Dass es Thomas Kretschmanns schöne Würdigung des Produzenten Bernd Eichinger gar nicht gebraucht hätte, um an diesem Abend zu verstehen, was dem heimischen Kino an diesem Mann verloren gegangen ist. "Nur die Goldene Kamera fehlt noch", soll Eichinger zwei, drei Wochen vor seinem Tod und mit Blick auf seine zahlreichen Preise gesagt haben, weiß Kretschmann zu berichten. Ohne Bernd Eichinger wird dem deutschen Film mehr denn je der internationale Glamour abgehen.

Auch für eine Veranstaltung wie die Goldene Kamera scheint es nicht genug zu sein, die deutschen Schauspieler Anna Loos und Ulrich Tukur als beste nationale Darsteller auszuzeichnen. Stattdessen werden Stars wie Renée Zellweger, Michael J. Fox und John Travolta eingeladen und mit Auszeichnungen versehen, von denen man so gerne wüsste, ob sich die Hollywoodgrößen für diese Preise auch nur irgendwie interessieren.

Ein bisschen Hollywood, ein paar echte Weltstars im ZDF. Von großen Inszenierungen versteht man bei Springer nunmal etwas.

© sueddeutsche.de/mel/jobr
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