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TV-Kritik: DSDS:Ostern feiern mit klebrigen M&M&M's

Dauerwerbesendung mit Fabergé-Osterei und Zusatz-Geduldsfolter: DSDS mit Dieter Bohlen wird endgültig zum Altherrenverein.

Das hat man schon länger geahnt, jetzt ist es wieder amtlich: Dieter Bohlens verbalonanistische Feierabendrunde Deutschland sucht den Superstar (DSDS) ist eine reine Männerveranstaltung. Co-Moderatorin Nina Eichinger hat wenig zu sagen und wird höchstens in den TV-Spot-Pausen fesch geschminkt - dann aber mit der Einblendung "Dauerwerbesendung".

Für selbstbewusste Kosmetikpüppchen wie Kim Debkowski bleibt nur dann Platz, wenn sie artig aus dem Fabergé-Osterei hüpfen oder Bohlen als Stichwortgeber für die eigene Selbst-Mythologisierung dienen.

Als "Miss Bling-Bling" (O-Ton Marco Schreyl) nämlich im zweiten Durchlauf einer klebrigen Ostershow die weißlackierten Overknee-Stiefel übergestreift hatte, um den 1977er Disco-Hit "Yes, Sir, I can Boogie" von Baccara zu singen, erinnerte Bohlen das an die Anfänge seiner Laufbahn.

"Ich habe dem Song meine Karriere zu verdanken", schwärmt der Musikproduzent aus der ostfriesischen Provinz. Weil er nämlich auf der Erfolgsspur des Songs seinerzeit zu einer Anstellung beim Hamburger Schlager-Verlag Intersong kam. "Dieters kleine Ostergeschichte", deutsche Marco Schreyl den nostalgischen Schlenker für die jüngeren Fans vor den Fernsehgeräten aus.

Das Halbfinale wird eine reine Männersache

Kim Debkowski hat ihr kostümbildnerisch aufwendiger Auftritt samt schwarzem Kraushaar und einer Art weißen Hut-Heiligenschein jedenfalls wenig genutzt: Das DSDS-Halbfinale wird eine reine Männersache.

Die drei "M's" haben sich durchgesetzt: Manuel Hoffmann, Menowin Fröhlich und Mehrzad Marashi bestreiten die Runde der letzten Drei. Dass es für Kim, die in der Mottoshow "Alt gegen Neu" zunächst auf Alcazars "Crying at the discotheque" gesetzt und dabei nicht wenige Töne verwackelt hatte, eng werden würde, spürte sie offenbar selbst.

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Jedenfalls grüßte die 17-Jährige nach ihrem zweiten Song etwas trotzig den längst ausgeschiedenen "Checker" Thomas mit den Worten: "Ich kämpfe für uns - die jungen Wilden."

Richtig alt wirkte diesmal nicht Routinier Mehrzad (29), sondern sein direkter Konkurrent Menowin (22). Dessen Markenzeichen, die schräg sitzende Baseball-Mütze, wirkte nicht kess, sondern signalisierte, dass der Jury-Liebling diesmal nicht ganz stabil stand.