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TV-Ereignis Olympia:"Da kann er sich freuen"

Auch bei der grandiosen Übung von Fabian Hambüchen am Reck war das so. Der kleine, muskelbepackte Turner ist bekannt, man zählte ihn zum Favoritenkreis. Er turnte hervorragend, eine riesige Last schien nach der Vorführung von ihm abzufallen. Danach kam der Niederländer Epke Zonderland. "Der fliegende Holländer", wie sie ihn nennen. Er turnte grandios. Es schien, er flog mehr in der Luft herum, als er die Hände am Reck hatte. Eine Wahnsinns-Übung.

Und was sagen die Kommentatoren in ihre Mikrofone? "Es sind nicht immer diese spektakulären Elemente, die die meisten Punkte bringen." Trocken, vollkommen unenthusiastisch. Wie schade. Es machte Spaß, dem Niederländer zuzuschauen, wie er da wirbelte am Reck. Kraftvoll, und doch cool und ganz befreit. Und schließlich mit Gold belohnt. Die Reporter schienen aus ihrer Kabine den deutschen Turner noch irgendwie ganz nach oben aufs Treppchen befördern zu wollen.

Beispiel drei: Das Kugelstoßen. Rang zwei, Silber, für David Storl. Neue persönliche Bestleistung für den 22-Jährigen aus Chemnitz, nur drei Zentimeter kürzer stieß er als Titelverteidiger Tomasz Majewski aus Polen. Aus dem Fernseher klang: "Da kann er sich freuen, der David Storl." Und dann noch ein Satz im Sinne von, er müsse ja auch noch Platz haben nach oben, schließlich sei er noch jung. Wie bitte? Ein deutscher Kugelstoßer gewinnt eine Silbermedaille, mit einer hervorragenden Weite, von der die meisten Konkurrenten nur träumen können. Und "der Junge hat noch Potential nach oben"?

Nicht wirklich verpasst

Begeisterung klingt anders. Das war auch bei den vier Kajak-Damen so, die die Fernsehkamera gleich einfing, nachdem sie sich aus dem Boot geschält hatten. Trauer, Unzufriedenheit, Enttäuschung - über eine verpasste Goldmedaille, die nicht wirklich verpasst war. Denn das schwarze Boot der Ungarinnen war deutlich vorn. Der Außenreporter schien dem Rennen krampfhaft etwas Positives abgewinnen zu wollen. Vergeblich.

Die Silberfrauen haben eine Serie gebrochen: Seit den Spielen 1996 in Atlanta hat der Vierer-Kajak immer die Goldmedaille geholt. Dieses Jahr eben nicht. Katrin Wagner-Augustin, die so ihren fünften Olympiasieg verpasste, freute sich hauptsächlich, dass sie Feierabend hat. Und kommentierte den Erfolg trocken: "Momentan scheint es, als würde ganz Deutschland Silber holen. Silber ist das neue Gold."