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TV-Casting:Bei NRK wurden auch schon Zungenküsse mit einer angebissenen Tomate geübt

Eine andere Sendung aus Norwegen versteckt Youtube immer noch hinter der Anmelde-Schranke: Die Wissenschaftssendung Newton, deren Zielgruppe in Norwegen Acht- bis Zwölfjährige sind.

2015 zeigte NRK den Kindern darin in mehreren Teilen, was sie über die Pubertät wissen müssen. In der letzten Folge ging es um Sex, und Moderatorin Line Jansrud hielt nichts zurück: Sie übte mit einer angebissenen Tomate Zungenküsse, demonstrierte mit einem Staubsauer, wie Knutschflecken entstehen und zeigte anhand echter Geschlechtsteile, wie man sich selbst befriedigt.

Den Sex spielte sie mit Vagina und Penis aus Gummi nach und gab nützliche Tipps, wie den, dass das Mädchen feucht genug sein muss. Sie zeigte dann auch direkt, wie man das erreicht, indem man die Klitoris rubbelt.

Ziel der Sendung sei gewesen, den Körper so leicht verständlich und vorurteilsfrei wie möglich zu erklären, so NRK, mit allen "Kommunikationstechniken", die die Show in den Jahren entwickelt habe: "Geh nah heran, nutze visuelles Storytelling, sei spezifisch, forschend und schamlos."

Über Menstruationsblut hat sich in Schweden niemand aufgeregt

Die Skandinavier haben allgemein den Ruf, unverkrampft mit dem Thema Sex umzugehen. Über den schwedischen Genitalien-Song ist allerdings auch im Norden diskutiert worden: Darin tanzen gezeichnete Penisse und Vaginas, in kindgerechtem Schwedisch "Snopp" und "Snippa", durchs Bild.

Die Diskussion in Schweden drehte sich schnell nicht mehr darum, ob das kindgerecht sei. Vielmehr fragten Kritiker, ob die Zeichnungen nicht Geschlechter-Stereotypen stärken könnten, weil die Vagina im Video einen weiblichen Augenaufschlag und der Penis einen coolen Hut hat. Und überhaupt: Suggeriere der Song nicht, dass jeder, der einen Penis habe, automatisch ein Mann sei, und jeder mit einer Vagina, eine Frau? SVT musste sich schließlich gegen den Vorwurf wehren, der Song sei eher transphobisch als zu freizügig.

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Ein paar Monate später ließ SVT einen jungen Moderator mit blutigen Tampons spielen. Mit einer Gitarre läuft er durch die Schule und singt "Hip Hip Hurra für die Periode". Darin erklärt er seinen Zuschauern, dass Jungs extra nett und geduldig mit Mädchen sein sollen, wenn die ihre Tage haben. Schließlich sei es ja nur ein bisschen Blut, das im Video dann auch demonstrativ an die Mattscheibe spritzt. Über diesen Auftritt hat sich in Schweden übrigens niemand aufgeregt.