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Trump-Politik:Nachrichten zum Heulen

MSNBC-Moderatorin bricht wegen Baby- und Kleinkindlagern in Südtexas in Tränen aus.

"Was sind das für Zeiten", wunderte sich Bert Brecht in einem seiner Gedichte, "wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!" Es waren grauenhafte Zeiten, er schrieb "An die Nachgeborenen" Mitte der dreißiger Jahre. Ähnlich kann man sich heute wundern: Was sind das für Zeiten, wo einer amerikanischen Nachrichtensprecherin die Stimme versagt, weil die News, die sie zu verlesen hat, so viele Untaten einschließen: Rachel Maddow, Anchorwoman von MSNBC, bekam am Dienstag vor laufender Kamera eine Meldung reingereicht: "Die Trump-Regierung hat Babys..." fing sie an, musste dann aber so gegen ihre Tränen kämpfen, dass sie die Sendung nach einer Minute abbrach. Später reichte sie die Meldung auf Twitter nach: Die Regierung verlegt Babys und Kleinkinder, die von ihren Eltern getrennt wurden, ab sofort in Kleinkindlager ("tender age shelters") in Südtexas; Ärzte, die die Lager besuchen durften, hätten von weinenden und schreienden Kindern in Käfigen berichtet. Maddows entschuldigte sich, nicht professionell genug gewesen zu sein. Dabei schrieb Brecht doch in seinem Gedicht auch: "Eine glatte Stirn deutet auf Unempfindlichkeit hin."