"Topmodel" Barbara Meier im TV Schrei, um das zu vergessen

"Germany's Next Topmodel" Barbara Meier steht jetzt auch als Schauspielerin vor der Kamera. In "Schreie der Vergessenen" tut sie nicht viel mehr als das, was sie eh schon kann. Was soll man auch von einem Medium in einem Mystery-Thriller erwarten?

Von Carolin Gasteiger

Wild fuchtelt das Mädchen mit der roten Mähne mit den Armen, bewegt dazu die Lippen, die Augen sind mit Tränen gefüllt. Morgana muss ihrer Umwelt mitteilen, was sie gesehen hat. Morgana ist ein Medium, das zwischen der realen und der übernatürlichen Welt vermittelt. Morgana ist die Debütrolle von Barbara Meier, Germany's Next Topmodel a. D.

In einem Film voller Klischees: Barbara Meier als Medium und Vinzenz Kiefer als Kommissar Bernau.

(Foto: obs)

Früher oder später musste es ja soweit kommen. Wenn die Laufstege dieser Welt nicht mehr reichen, wenn auch Castingjobs langweilig werden - dass die Auftragslage mau ist, wollen wir jetzt mal nicht annehmen - wagen sich Models gern mal auch auf die große Leinwand. Geschenkt, dass sich Eva Padberg oder Heidi Klum in Blockbustern aus der zweiten Reihe wiederfinden. Das Ergebnis war dementsprechend meist wenig erfolgreich. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis auch Barbara Meier ihr Schauspieltalent entdeckt. Im Mystery-Thriller "Schreie der Vergessenen" auf ProSieben ist die 25-Jährige als taubstummes Medium zu sehen.

Ihr Repertoire: Diabolischer Blick, geschürzte Lippen, leichtfüßiger Gang. Zusammen mit einer Gruppe von Parapsychologen soll Morgana also einen mysteriösen Anschlag an der Uni aufklären, bei dem wohl übersinnliche Kräfte am Werke sind. Vinzenz Kiefer wirkt als suspendierter Kommissar zu jung, Manfred Zapatka agiert zwar engagiert, aber den Parapsychologen nimmt man auch ihm nicht ab. Und von Alina Levshin hätte man sich spätestens seit "Im Angesicht des Verbrechens" auch mehr erwartet.

Und Barbara Meier? Abgesehen davon, dass sie überhaupt erst in der zweiten Hälfte des Films auftritt, tut sie nicht viel mehr, als sie als Model eh schon tut. Den ausdrucksstarken Blick hat ihr Model-Übermama Heidi Klum einst eingeschärft, das grazile Durchs-Bild-Laufen konnte sie auf dem ein oder anderen Laufsteg perfektionieren. Den Wunsch, in Richtung Schauspielerei zu gehen, habe Meier, die 2007 die zweite Staffel von Germany's Next Topmodel gewonnen hatte, wohl schon lang gehabt, heißt es bei ProSieben. "Mein Glück war, dass jemand gesucht wurde, der etwas mystisch aussieht, mit roten Haaren und blasser Haut", ließ Meier in einem Interview verlauten.

Das wär es dann allerdings schon, was das Rollenprofil betrifft. Auch sonst strotzt der Film vor Klischees. Parapsychologische Erscheinungen, ein ambitionierter Kommissar und ein schrulliger Professor, der früher selbst bei der Polizei war - alles historisch verpackt in NS-Zeitgeschichte. Lars Henning Jungs Spielfilmdebüt setzt leider zu sehr darauf, übersinnliche Klischees zu bedienen als die Handlung in die Tiefe zu verfolgen. Dabei hätte man die schrecklichen Zwillingsstudien von KZ-Arzt Mengele als historische Vorlage zweifelsohne auch für dramatischen Filmstoff verwenden können.

Doch der Film ist überladen mit aufwändigen Special Effects mit zerspringenden Glasscheiben, angstverzerrten Gesichtern in Großaufnahme und bedrohlichen Kameraschwenks. Und die Rückführung auf des Kommissars private Geschichte wirkt vor diesem Hintergrund allzu gekünstelt. Auf ihrer Homepage kündigt Barbara Meier den Ausstrahlungstermin voller Begeisterung an: "Ich bin echt begeistert, welch tolle Arbeit jeder im Team geleistet hat!" Abschließend meint sie: "Wer nicht schaut, hat's nicht gesehen! " Aber auch nichts verpasst.

"Schreie der Vergessenen", ProSieben, am Donnerstag um 20:15 Uhr

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