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Tatort-Kommissare Kappl und Deininger:Saarländischer Rundfunk setzt sein Ermittler-Duo ab

Die Story des ungleichen Paares sei "zu Ende erzählt": Der Saarländische Rundfunk will seine beiden Tatort-Kommissare Kappl und Deininger nicht länger ermitteln lassen. Im Januar 2012 wird der letzte Fall ausgestrahlt - trotz positiver Kritiken und sehr guter Quoten.

Kriminalhauptkommissar Franz Kappl und Kriminalhauptkommissar Stefan Deininger, das kann man sagen, haben sich im Laufe der vergangenen Jahre im Tatort ordentlich nach vorne gespielt. Im Oktober 2006 hatten Maximilian Brückner als aus Bayern zugereister Ermittler und Gregor Weber als skeptischer Einheimischer den SR-Tatort von Kommissar Palu (Jochen Senf) übernommen, von da an gingen ihre Quoten fast nur und sehr deutlich nach oben. 2011 sahen 8,6 Millionen Menschen ihren Fall "Heimatfront". Auch von der Kritik wurde die Folge gelobt.

Dreharbeiten zu Tatort 'Heimatfront'

Aus für das saarländische Tatort-Ermittlerteam:  Maximilian Brückner (li.) und Gregor Weber (re.) - hier bei Dreharbeiten im Jahr 2010 mit Regisseur Jochen Alexander Freydank  - ermitteln im Januar das letzte Mal. Die Story des ungleichen Paares sei "zu Ende erzählt".

(Foto: dpa)

Geholfen hat ihnen das alles nichts. Am Montagabend teilte der Saarländische Rundfunk mit, dass die nächste Tatort-Folge mit Brückner und Weber auch deren letzte sein wird. Der Film mit dem Titel "Verschleppt" läuft am 22. Januar. Für das Jahr 2012, heißt es in der Erklärung, werde der SR ein neues Konzept entwickeln. Von einer inhaltlichen Neuausrichtung ist darin auch die Rede und von einer Chance.

Wie genau die aussehen könnte und warum man nicht glaubte, den SR- Tatort gemeinsam mit Brückner und Weber weiterentwickeln zu können, wird der Sender vielleicht bald genauer erklären. Eine Richtung gab der zuständige Redakteur Christian Bauer aber schon vor: Mit den Figuren Kappl und Deininger habe der SR auf ein Ermittlerteam gesetzt, das seine Dynamik aus der regionalen und mentalen Unterschiedlichkeit der Typen gewinnt. Dass beide Ermittler die Welt des anderen nicht wirklich verstehen, mache den Reiz des Paares aus. "Die Story dieses ungleichen Paares ist aber aus unserer Sicht jetzt zu Ende erzählt."

Ob Brückner und Weber das auch so sehen, dürfte indes fraglich sein. Der Rest der Mitteilung liest sich jedenfalls wie ein feuchtwarmer Händedruck: "Wir sind dankbar für sieben Folgen gute und spannende Krimi-Unterhaltung (. . .). Der Saarländische Rundfunk wünscht Maximilian Brückner und Gregor Weber für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute."

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