Tatort aus Saarbrücken Wird Zeit, dass mit dem Unsinn Schluss ist

Analog trifft auf Digital: Kommissar Stellbrink und Victor Rousseau.

(Foto: SR/Manuela Meyer)

In "Mord ex machina" treffen digitale Datendiebe auf einen analogen Kommissar. Selbst der wünscht sich, dass der "Tatort" schnell vorübergeht.

Von Holger Gertz

"Kann ja nur besser werden" ist ein deprimierender Neujahrsgruß, aber zum Tatort aus Saarbrücken fällt einem nichts anderes ein. Ein Mann hat nicht das beste Verhältnis zu seinem selbstfahrenden Auto. "Wünschen Sie pilotiertes Fahren?", fragt der Wagen, der Mann sagt: "Ich wünsche, dass du die Fresse hältst", da ist es natürlich klar, dass der gemeinsame Ausritt zwingend im Jenseits landen muss, dort, wo wenigstens nicht dauernd diese sphärische Musik durch sämtliche Ritzen träufelt, mit denen die Regie das Publikum in den ersten zehn Minuten drangsaliert.

Hippe Jungmenschen chatten und hacken vor sich hin, Mitteilungen stehen wie bei Sherlock in der Luft, es soll alles technisch und kühl wirken, aber dann stellt Kommissar Stellbrink (Devid Striesow) Fragen von vorgestern: "Hatte er Feinde?" Ein junger Mann, der mit Daten handelt, sagt zum Kommissar: "Wenn ich alles über Sie weiß, dann gehören Sie mir", aber der Kommissar weiß nichts von Daten, er weiß nichts von Handys, die auf fremden Computern gespiegelt werden, und er wünscht sich sowieso, dass sein vorletzter Tatort schnell vorübergehen möge, was er leider nicht tut.

Endlose Mofafahrten und Vorschulgelächter

"Mord ex machina" von Christian Theede (Buch: Hendrik Hölzemann) läuft permanent neben sich selbst her, hier das Digitale, dort der analoge Kommissar. Hier versuchen sie blinkend so etwas wie Spannung aufzubauen, dort gibt es endlose Fahrten mit dem Mofa und im Kommissariat komplett albernes Vorschulgelächter wegen Stellbrinks dämlichen Avatars. Und am Ende wirft er sein Smartphone vom Balkon, um der bösen Technologiewelt zu entkommen. Wird Zeit, dass mit diesem Unsinn Schluss ist.

Das Erste, Neujahr, 20.15 Uhr.