Bei Markus Lanz würden sie jetzt klatschen, meint Oliver Polak gleich zu Beginn über die unangenehme Leere. Im schwarzen Nichts sitzen da drei Menschen mit ordnungsgemäßem Social-Distancing-Abstand und ohne Publikum. Mit Corona hat das nichts zu tun, laut Einblendung wurde Besser als Krieg vor der Pandemie aufgezeichnet. Das Unangenehmste ist aber früh überwunden, nachdem Polak einen satirischen Vorstellungs-Text über die Gäste vorgelesen hat. Ein bisschen wie Sibylle Berg das mal für Schulz&Böhmermann machte, einem anderen coolen Talkshowversuch von früher. Jetzt ist da nur Comedian Polak, verantwortlich für Idee, Konzept und Redaktion und außerdem Gastgeber.
Polak vergleicht die Journalistin Alice Hasters mit Kassiopeia, der Schildkröte von Momo, und seinen zweiten Gast, die Journalistin und Speakerin Anna Dushime, mit der Grinsekatze aus Alice im Wunderland. Danach ist das Eis gebrochen und Polak tritt als Mitsprecher auf. Man versteht, warum der rbb Besser als Krieg einen Video-Podcast nennt. "Das Konzept der Show ist, wir reden über mehrere Themen, aber ich weiß gar nicht über welche", sagt Polak. Dafür müssen Zettelchen gezogen werden. Erstes Stichwort: Ausländer. Hasters: "Oh nein!", Polak: "Hm."
Übers vermeintliche Ausländersein haben dennoch alle Erhellendes beizutragen. Man springt von Homophobie bis zur Frage, ob man in einer Partnerschaft pupsen darf. Alle zwölf Minuten fordert ein Countdown das nächste Thema: "Toiletten/Dixie/Durchfall", dann: "Stimme". Zum Schluss fehlt nur "Tod". Und da überzeugt Besser als Krieg richtig. Gerade weil nichts glattläuft, erfährt man wirklich etwas von Talk-Gästen, die nicht die immerselben sind. Wie Dushime, die über ihr Aufwachsen während des Genozids in Ruanda spricht. Es wirkt auf beste Weise so, als wären alle eben von der Straße reingelaufen und hätten einfach die Kamera angemacht.
Besser als Krieg. Auf radioeins.de, in der ARD-Audiothek, bei iTunes und auf YouTube.
