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Talkshow "Helge hat Zeit":Helges Gäste sind oft nur Stichwortgeber

Überhaupt begegnen dem Publikum immer wieder bekannte Versatzstücke aus dem Gesamtkunstwerk von Helge Schneider. Die Puppenspielerin Suse Wächter lässt den lieben Gott "Marmor, Stein und Eisen bricht" intonieren. Schon in seinem Frühwerk "Texas - Doc Snyder hält die Welt in Atem" begegnet Schneider dem lieben Gott. Am Ende seiner Sendung spielen sie sogar gemeinsam auf der Orgel. Ein Kreis schließt sich.

An anderer Stelle mimt Schneider Günter Grass in einem fiktiven Interview mit Alexander Kluge. Dabei hat der Komiker schon etliche Male in Kluges Kulturmagazin "Prime Time/Spätausgabe" bierernst die skurrilsten Charaktere von Karl Marx bis zum Cousin von Asterix gegeben.

Die Sendung hat eine lockere Grundstimmung. Da fällt es kaum noch auf, dass die Gäste oft nur Sparringspartner und Stichwortgeber für den Gastgeber sind. Am meisten bei sich selbst ist der Abend immer dann, wenn Schneider Musik machen darf. Wenn Schauspielerin Sandra Hüllner den Jazzstandard "It's oh so quiet" spielt, dann wirkt Helge am Akkordeon förmlich erleichtert, den banalen Small-Talk zwischen den beiden endlich beenden und musikalisch zu einem krönenden Abschluss bringen zu können.

Helge kann das mit dem Quatsch wie kein Zweiter

Als beim letzten Gast Kurt Krömer der Gesprächsstoff ausgeht, schleppt er ihn kurzerhand zur Installation des Klangkünstlers Simon Rummel, die sich in einem Nebenraum des Wohnzimmers, pardon, Studios, befindet. Rummel und seine Gehilfen bedienen dort einen selbstgebauten Klangapparat und erzeugen eine Sinfonie in F-Moll. Krömer erinnert die Maschine an Lego, Schneider hingegen ist begeistert: "Das ist ein Musikstück und du musst ganz ruhig sein."

Zum Schluss macht Helge noch einmal Musik mit Butterscotch. Die Puppe vom lieben Gott sitzt auf seinem Schoß und musiziert mit. Die "singende Herrentorte" bedankt sich artig bei seinen Gästen und stellt noch einmal seine Band vor. Szenenapplaus für die Musiker. Wie bei einem Konzert. Schneiders Sendung fügt sich lückenlos in sein Gesamtkunstwerk aus viel Quatsch und viel Musik. Er kann das wie kein Zweiter - auch im TV.

Helge Schneider - live im Jahr 2009

Füttern verboten!