Syrien Victims of an Alleged Gas Attack Receive Treatment in Eastern Ghouta

(Foto: Mohammad Badra/EPA-EFE)

Diese Bildsprache dominierte die World Press Photo Awards in den vergangenen Jahren: Fotos direkt aus dem Herzen der Konflikte. Gewalt und Schrecken eingebrannt in jeden Pixel. Diesmal ist die Aufnahme, die der Syrer Mohammad Badra am 25. Februar 2018 nach einem vermeintlichen Giftgasgasangriff auf Duma machte, das einzige Foto dieser Art unter den sechs Finalisten. Was aussieht wie ein Schnappschuss im Lazarett, ist von Badra im Sinne einer maximalen Bildwirkung bestens durchdacht: Er zeigt ein Kind, einen Greis und zwei erwachsene Männer - und verdeutlicht so, dass der syrische Bürgerkrieg niemanden verschont. Durch den Kamerastandpunkt kreiert er einerseits einen Vordergrund (durch das Hemd vorn rechts) und gibt dem Foto optische Tiefe. Außerdem führen die wichtigen Linien im Bild (die grüne Rohrleitung an der Wand sowie die perspektivischen Fluchtlinien zwischen dem Kind und der weißen Liege) auf den erschöpften Mann in der Bildmitte - der mit leerem und zugleich anklagendem Blick in die Kamera schaut. Florian Sturm