Nach umstrittenem Beitrag:Kabarettistin Lisa Fitz tritt nicht mehr in SWR-"Spätschicht" auf

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Nach umstrittenem Beitrag: Kabarettistin und Schauspielerin Lisa Fitz will nicht mehr in der SWR-Comedysendung "Spätschicht" auftreten.

Kabarettistin und Schauspielerin Lisa Fitz will nicht mehr in der SWR-Comedysendung "Spätschicht" auftreten.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Im Herbst sprach die Künstlerin über Impftote - und bezog sich auf falsche Zahlen. Nun zieht sie sich aus der Sendung zurück.

Die bayerische Kabarettistin Lisa Fitz will nach ihren scharf kritisierten Aussagen zu Impftoten nicht mehr in der SWR-Comedysendung "Spätschicht" auftreten. Das teilte der Sender mit. Sie werde sich zeitnah dazu äußern und den Schritt begründen, kündigte Kabarettistin Fitz der Deutschen Presse-Agentur zufolge an.

Man nehme mit großem Bedauern zur Kenntnis, dass sich Lisa Fitz entschieden habe, in Zukunft nicht mehr Teil der Satire-Sendung zu sein, schrieb der Sender in einer Mitteilung. Man hätte "die langjährige sehr anregende Zusammenarbeit mit ihr gerne fortgesetzt", sagte Clemens Bratzler, SWR-Programmdirektor Information.

Fitz hatte in der Sendung im November bei ihrem Auftritt von EU-weit 5000 Corona-Impftoten gesprochen. Laut Europäischer Arzneimittel-Agentur (EMA) in Amsterdam handelt es sich aber nur um Verdachtsfälle. Es sei nicht festgestellt worden, dass es einen kausalen Zusammenhang mit der Impfung gebe.

Zahl stammte aus EU-Papier von rechtsextremer Parlamentarierin

Bei ihrer Aussage hatte sich Fitz auf einen Entschließungsantrag berufen, der im Europäischen Parlament eingebracht wurde. Der betreffende Antrag war der taz zufolge von der rechtsextremen EU-Parlamentarierin Virginie Joron eingereicht worden. Joron wiederum stütze sich auf eine Internetseite, auf der Privatleute vermeintliche Impffolgen melden, ohne dass eine wissenschaftliche Prüfung erfolge. Auch ein Faktencheck der Deutschen Presse-Agentur von Mitte November widerlegte die Angaben Jorons.

Der Südwestrundfunk hatte nach der Ausstrahlung und Kritik am Sender entschieden, die Folge der Comedy- oder Satiresendung aus der ARD-Mediathek zu nehmen und auch von allen SWR-Plattformen und -Kanälen zu entfernen, weil es sich um eine falsche Tatsachenbehauptung handle. Fitz selbst hatte später bedauert, bei ihrem umstrittenen Auftritt von EU-weit 5000 Corona-Impftoten gesprochen zu haben. Sie hatte den Vorwurf zurückgewiesen, eine Impfgegnerin und Corona-Leugnerin zu sein.

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Nachdem der Sender zunächst auf die Meinungsfreiheit verwiesen hatte, löscht er die Sendung nun doch. Die Kabarettistin Lisa Fitz hatte darin mit Falschbehauptungen über angebliche Impftote hantiert.

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