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SWR-Kultur-Chefin Martina Zöllner:Kämpferin mit Freiheitsdrang

Als neue Kultur-Chefin des Südwestdeutschen Rundfunks fragt sich Martina Zöllner immer wieder: "Wie viel Kultur geht noch wo?". Wenn sie daran arbeitet, den Regionalitätsbegriff zu modernisieren, hat das auch in der ARD Gewicht.

Es wäre natürlich Quatsch zu behaupten, Martina Zöllner sei ein Kind des Privatfunks. Aber dort hat für sie vieles angefangen, in den achtziger Jahren. Während ihrer Studienzeit, bei Jobs im Kabelpilotprojekt Berlin. "Da war auf einmal Vieles möglich bei lauter neuen Stadtsenderlein", erinnert sie sich. "In diesem ganzen Dschungel habe ich angefangen, Fernsehjournalismus zu lernen." Seit Anfang Oktober ist Zöllner, 50, Hauptabteilungsleiterin Kultur Fernsehen des Südwestrundfunks (SWR).

Buchmesse 2009 - Martina Zöllner

"Erfahren, gebildet, Kämpferqualitäten": Martina Zöllner.

(Foto: dpa)

Noch als Studentin der Germanistik und Anglistik in Berlin hatte sie zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen gefunden, 1993 bekam sie ein Anstellung beim SWR. Zuletzt war sie in Baden-Baden Redaktionsleiterin Kulturdokumentationen und Dokumentarfilm, und um diese Rolle zu verstehen, muss man sich klarmachen, dass der SWR beim Dokumentarfilm in der ARD viel Ansehen genießt, auch wenn Etats für Doku-Projekte inzwischen meist nur noch in Koproduktion mehrerer Fernsehanstalten aufzutreiben sind.

Zöllner hat beim SWR Hochwertiges vorangetrieben, zum Beispiel die Dokumentarfilme Bierbichler (als Koproduzent), Brecht - die Kunst zu leben oder Welthauptstadt Germania. Sie versteht sich aber auch auf populäre Formatentwicklungen, daraus werden Schnellkurse für kulturelles Allgemeinwissen mit Titeln wie Nie wieder keine Ahnung.

Zöllner hat sich einen Ruf als Fernseherfinderin erworben, der hinausging über den Wirkkreis in der zweiten Reihe eines Landessenders. ARD-Chefredakteur Thomas Baumann lobt sie als "eine der couragiertesten Kolleginnen", die er kenne: "erfahren, gebildet, verfügt über Kämpferqualitäten. Setzt sich wie eine Löwin für Kulturbelange ein".

Die Anerkennung hat viel mit der ARD-Reihe Deutschland Deine Künstler zu tun. Die bisher gezeigten 21 Folgen (dritte Staffel) gehen auf ein Papier zurück, das Zöllner 2006 schrieb und Baumann schickte.

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