Finanziell angeschlagene Medien könnten nach Ansicht des SWR-Intendanten Kai Gniffke auch mit Hilfe von Stiftungen gerettet werden. "Bei der Finanzierung von gutem Journalismus sollten wir in alle Richtungen offen sein", sagte Gniffke. "Auch ein Stiftungsmodell könnte also ein Weg sein, wenn es darum geht, die Presse- und damit die Meinungsvielfalt in Deutschland zu sichern." Der Chef der zweitgrößten ARD-Anstalt hatte bereits am vergangenen Freitag in einem Interview des Reutlinger General-Anzeigers betont, es dürfe "keine Denkverbote geben", was die Finanzierung von Journalismus in Zukunft angehe.
Die Corona-Krise hat den finanziellen Druck auf Zeitungen, private Hörfunksender und andere Medien verschärft, weil der Werbemarkt eingebrochen ist. In der Branche ist umstritten, ob und wie der Staat einspringen soll. Der Springer-Chef und Verleger-Präsident Mathias Döpfner warnt seit langem vor einer Staatshilfe, weil sie die Unabhängigkeit des Journalismus bedrohe. Er sprach sich aber für eine Unterstützung der Zeitungszustellung aus. Der Bundestag beschloss Anfang Juli, die digitale Transformation der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage in den nächsten Jahren mit bis zu 220 Millionen Euro zu fördern.