Irgendwann kurz vor dem Ende steht der Bauer Silvan Heingeiger am Abend von Erntedank in seinem Stall. Er füttert jede seiner hübschen Kühe mit der Hand ein Büschel Heu ins Maul und sagt zu einer nach der anderen freundlich: Danke. Nein, das ist kein Werbespot für Biolandwirtschaft. Es ist 1932, und man spürt, dass Heingeiger nicht nur wegen des Festkalenders mit seinen Kühen spricht. Sie sind die letzten Wesen, mit denen er etwas anfangen kann. Die Szene hat etwas Unheimliches, Zerbrechliches. Seine Tochter Elies ist aus einem schrecklichen Grund nicht mehr da, sein eigener Sohn ist sein schlimmster Feind. Es ist ein Abschied. Gleich geht die Welt unter.
ZDF-Film „Sturm kommt auf“Retten möchte man sie alle
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„Sturm kommt auf“ nach Oskar Maria Graf erzählt von einem Dorf in der revolutionären bayerischen Zwischenkriegszeit. Eine bewegende Höllenfahrt, groß inszeniert, großartig gespielt.
Von Claudia Tieschky
