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Internetnutzung bei Jugendlichen:Es läppert sich

Jugendliche verbringen mehr Zeit im Netz

30,5 Prozent der 12- bis 17-Jährigen hätten eine "problematische Computerspiel- und Internetnutzung", heißt es in der Studie.

(Foto: Patrick Seeger/dpa)

Laut einer Studie haben immer mehr Jugendliche eine "internet- und computerspielbezogene Störung". Ab wann wird die Handynutzung problematisch?

Von Fabian Dombrowski

Jugendliche würden das Internet immer exzessiver nutzen - darauf macht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in diesen Tagen aufmerksam. Seit 2011 erfasst sie in ihrem Bericht zur Drogenaffinität Jugendlicher auch deren Computerspiel- und Internetkonsum. Nun sind die Daten für 2019 erschienen - die Corona-Zeit ist darin also noch nicht mit einberechnet. Befragt wurden 7000 Menschen im Alter von zwölf bis 25 Jahren.

Demnach weisen immer mehr 12- bis 17-Jährige eine "problematische Computerspiel- und Internetnutzung" auf, nämlich 30,4 Prozent. Im Jahr 2015 waren es noch 21,7 Prozent. Eine "internet- und computerspielbezogene Störung" hätten mittlerweile schon 7,6 Prozent der Jugendlichen, 2015 waren es noch knapp zwei Prozentpunkte weniger.

Doch was ist das eigentlich, eine problematische Internetnutzung oder eine "internetbezogene Störung"? Um das zu messen, zieht die BZgA den CIUS heran, den Compulsive Internet Use Scale. In dem sind 14 verschiedene Fragen enthalten, etwa: "Wie häufig finden Sie es schwierig, mit dem Internetgebrauch aufzuhören, wenn Sie online sind? Wie häufig sagen Ihnen andere Menschen, dass Sie das Internet weniger nutzen sollen?" Und: "Wie häufig vernachlässigen Sie Ihre Alltagsverpflichtungen, weil Sie lieber ins Internet gehen?"

Internetnutzung sei die "Droge der Zukunft", sagt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung

Wer diese Fragen mit "manchmal" beantworten kann, hätte schon sechs Punkte erreicht. Befragte, die nach dem Beantworten sämtlicher Fragen des Fragebogens auf 28 Punkte kommen, haben auf jeden Fall eine problematische Nutzung (ab 20 Punkten) und sind schon nah dran an einer Störung (ab 30 Punkten).

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, bezeichnet Internetabhängigkeit in der Pressemitteilung denn auch als "Droge der Zukunft". In der Mitteilung heißt es: "Auch wenn die Digitalisierung insgesamt ein wertvolles Gut ist - während Corona mehr denn je - müssen junge Menschen wissen, wann sie auch mal 'offline' sein sollten." In diesem Zusammenhang präsentiert Ludwig die Kampagne "Familie. Freunde. Follower", die Eltern daran erinnern soll, dass sie eine Vorbildfunktion haben - und dass das Mittagessen auch mal ganz ohne beiliegendem Bildschirm eingenommen werden kann.

© SZ/tmh
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