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Streit um TV-Quoten in der Schweiz:Messbare Verstimmung

Schweizer Einschaltquoten Fernsehen Internet

In der Schweiz sollen Klicks auf TV-Beiträge im Internet zur Einschaltquote gerechnet werden.

(Foto: picture-alliance / dpa)

In der Schweiz sollen Klickzahlen aus dem Netz in die Fernsehquoten einfließen. Das sorgt für großen Streit in der Branche - denn ein kleiner Sender widersetzt sich dem Verfahren.

Zeitungen oder Zeitschriften tun sich leicht, wenn sie wissen wollen, wie gut ihre Erzeugnisse beim Verbraucher ankommen: Auflage minus der Zahl der unverkauften Exemplare - eine schlichte Subtraktion zeigt ebenso einfach wie deutlich die Anzahl der Käufer an. Radio- und Fernsehsender haben es da schwerer, weshalb für sie eigene Institute tätig werden müssen, die mit modernen Methoden der Meinungsforschung die Vorlieben von Zuhörern und Zuschauern messen.

Soweit die Theorie, die in den meisten Teilen der Welt auch gelebte Praxis ist. Allerdings nicht in der Schweiz: Dort werden die Einschaltzahlen der Fernsehsender seit Anfang des Jahres unter Verschluss gehalten, weil sich die Stationen über die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Angaben nicht einig sind.

Die Quote im digitalen Zeitalter

Gerichte bis hinauf in die höchsten Instanzen haben sich schon mit der Frage beschäftigt, mit Klagen, Gegenklagen und einstweiligen Verfügungen.

Begonnen hatte alles damit, dass Fernsehen und Werbewirtschaft im vergangenen Jahr grünes Licht für ein neues Verfahren zur Erhebung der Einschaltquoten gaben, das dem rapiden technischen Wandel im digitalen Zeitalter gerecht wird. Im Wesentlichen ging es darum, dass man zum ersten Mal die zeitversetzte Nutzung von Sendungen durch den Verbraucher erfassen wollte. Mit einem von der englischen Forschungsfirma Kantar betriebenen Programm war das möglich, zumindest für Sendungen, die innerhalb von sieben Tagen nach der Erstausstrahlung auf dem Computer angeklickt werden.

Verantwortlich für die Erhebung der Quoten in der Schweiz ist die unabhängige Stiftung Mediapulse in Bern. Sie wird im Auftrag der Regierung tätig; in ihr sind der staatliche Sender SRG, die privaten TV-Stationen und die Werbewirtschaft mit jeweils sechs Repräsentanten vertreten.