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Start-ups in den Medien:Besondere Komplizenschaft

Die Möglichkeit des Crowdfundings macht es einfacher zu gründen, vor allem in den Medien. Es genügt oft eine gute Idee. Der Rest kann sich nach und nach ergeben. "Beim Crowdfunding hat jeder die gleiche Chance, egal ob Frau oder Mann", sagt Steffi Fetz. Wenn potenzielle Leser entscheiden, ob ein Magazin gegründet wird, haben Frauen, die in Entscheiderrollen im Journalismus unterrepräsentiert sind, vielleicht sogar bessere Chancen als beim Aufstieg in klassischen Unternehmen.

2013 waren Lisa Altmeier und Steffi Fetz schon mal als "Crowdspondents" unterwegs in Brasilien, um zu recherchieren, wie sich das Land im Jahr vor der Fußball-WM verändert. Seit Juli reisen die beiden durch Deutschland. Bislang schnitten sie etwa auf Helgoland mit einem Biologen Fische auf, um zu sehen, wie viel Plastik diese fressen. Auf Crowdspondent.de veröffentlichen sie ihre Reportagen. Das kommt gut an im Netz, ihre Videos sehen zum Teil mehr als 12 000 Menschen. Die Inhalte sind kostenlos und sollen das bleiben. Geld verdienen Altmeier und Fetz zusätzlich zum Crowdfunding, indem sie ihre Beiträge zum Beispiel an den jungen ARD-Sender Eins-Plus verkaufen und eine Kolumne über ihre Reise für jetzt.de schreiben.

Dass Frauen ängstlicher sind, wenn sie gründen, dass sie später gründen, weil sie vielleicht an die Familienplanung denken, dass sie Erfolge nicht genug herausstellen, wenn sie für ihre Idee werben - das sind Klischees. Sind sie völlig abwegig? Auch Nora Wohlert und Susann Hoffmann überlegten zwischenzeitlich, ihr Start-up in Teilzeit nebenher aufzubauen. Schließlich haben sie sich doch gesagt, ganz oder gar nicht. "Ich glaube, positive Beispiele und Netzwerke haben in den vergangenen Jahren den Trend zum Gründen unter Frauen verstärkt", sagt Wohlert.

Es könnte auch der Web-Auftritt von Elle sein

Die Optik ihrer Edition F ist minimalistisch in Schwarz-Weiß designt, gleichzeitig etwas überladen mit Fotos von - natürlich - Frauen. Es könnte auch der Web-Auftritt der Modezeitschrift Elle sein. "Ein digitales Zuhause für Frauen, die sich beruflich verwirklichen wollen", soll Edition F sein, wie Nora Wohlert sagt. 25 Prozent ihrer Leser, im Juli waren es nach eigenen Angaben 20 000 Unique User, seien aber Männer. Inhaltlich bewegen sich die Artikel zwischen Styling-Tipps fürs Büro, dem Branchentreff DLD Women und Fotos von schönen Arbeitsplätzen. Darunter mischt sich ein Kommentar zum 60. Geburtstag von Angela Merkel und, beigesteuert vom Medienpartner Manager Magazin Online, ein Porträt der Unternehmerin Maria-Elisabeth Schaeffler und ihres Sohns Georg.

Business- und Wirtschaftsmagazine für Frauen gibt es international bereits, in Deutschland ist so ein Konzept als Online-Magazin und mit Community jedoch einzigartig. Seit Juli ist Edition F frei zugänglich, das soll auch so bleiben. Im August und September sollen erst eine Jobbörse, danach ein Marktplatz für Business-Mode und -Produkte folgen. Mit diesen Angeboten soll Edition F künftig Profit machen, ebenso mit als Werbung gekennzeichneten "Native Advertising"-Formaten sowie Premium-Profilen für Unternehmen. Zahlen will Wohlert noch nicht nennen.

Die Klischees von Zickenkampf hier und männlichem "Ellenbogenjournalismus" dort sind längst überholt. "Wir haben alle im Beruf sehr gute Erfahrungen mit Männern gemacht, aber ich weiß, dass es auch andere gibt", sagt Sandra Zistl und formuliert etwas, das eine ganz andere Art von Frauenkarte sein könnte: "Ich spüre heute so etwas wie eine besondere Komplizenschaft unter Frauen in den Medien."

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