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"Starfighter" auf RTL:Schönste deutsche Geschichte, hier aufs Allerschönste versemmelt

Starfighter - Sie wollten den Himmel erobern

Flieger-Porno: Oberleutnant Rampel (Jan Messutat, rechts) wirft Harry (Steve Windolf) sein riskantes Flugmanöver vor, mit dem er Betti beeindrucken wollte.

(Foto: Wolfgang Ennenbach/RTL)

Die CSU habe auch Geld bekommen, behauptete Hauser vor einem Senatsausschuss, zehn Millionen sollen es gewesen sein, doch auch dafür gibt es keinen Beweis.

Richtig ist aber, dass Hauser abwechselnd und gern auch gleichzeitig für den BND, für die CIA und ein bisschen auch für den russischen Geheimdienst arbeitete. Zu Strauß' Hundertstem im September ist die Welt am Sonntag in rührender Ahnungslosigkeit auf den Aufschneider Hauser hereingefallen und hat auch Strauß postum zum US-Spion befördert. Der Starfighter ist also schönste deutsche Geschichte, die hier aufs Allerschönste versemmelt wird.

Was mit den begeisterten Kranfahrten und beim Liebkosen der aufragenden Maschinen dann doch nicht gezeigt werden kann, soll die sogenannte Dokumentation leisten, die RTL seinem zuerst quietschgelben und später trauergeränderten Abenteuer hinterherschickt.

Sie hat zwar weniger Nachrichtenwert als ein Wikipedia-Artikel, kann dafür aber mit zwei echten Flieger-Witwen und einer Flieger-Schwägerin auftrumpfen. Der oberste RTL-Nachrichtenmann Peter Kloeppel zieht sich dafür eine Bomberjacke an und spielt Peter Kloeppel, den knallharten Rechercheur, der in Schönschreibschrift in ein Buch schreibt.

Starfighter sollte schon im Frühjahr den Himmel erobern, dann kam der durch den Copiloten herbeigeführte Absturz der Germanwings-Maschine dazwischen. Im Film kämpft Betti gegen den Vorwurf, Pilotenfehler seien schuld am massenhaften Absturz des bei den Piloten so beliebten Jägers.

Der Flieger-Porno wird zum Problemfilm

Sie ist jetzt nicht mehr sexy, sondern wird erwachsen, studiert Akten, über denen sie, auch so eine Szene, die unglaublich originell ist, übermüdet einschläft. Der Flieger-Porno wird zum Problemfilm. Plötzlich ist das Tempo raus, keine Whoooom-Starts mehr, kein Kunstflug, keine Pilotensilhouetten, die im Gegenlicht aus dem Hangar marschieren, auch keine Abstürze mehr.

Die Fliegerwitwe, gesegnet mit dem nachgeborenen Kind des edlen Toten, führt mutterseelenallein einen aussichtslosen Kampf gegen die Ministerialbürokratie und geht dann sogar gegen die amerikanische Hersteller-Firma Lockheed vor. Betti wird, ach, man glaubt es kaum, fast so mutig wie ein richtiger Pilot.

Fazit am Schluss für den eiligen Leser: Schöner sterben mit RTL.

"Starfighter" - Sie wollten den Himmel erobern, RTL, 12.11., 20.15 Uhr. Im Anschluss die Doku: Mein Mann war Nummer 57.