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SRF kippt ersten "Tatort" aus Luzern:Wunschdenken im Schneideraum

Der erste Schweizer "Tatort" seit neun Jahren hat Startschwierigkeiten - deshalb wird der Sendetermin des Krimis verschoben.

Mitte April wollte die Schweiz nach neun Jahren mit einem eigenen Ermittler zurückkehren in die Tatort-Reihe. Daraus wird nun vorerst nichts. Das SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) hat den ersten Fall des Luzerner Kommissars Reto Flückiger - dargestellt von Stefan Gubser - zur Überarbeitung zurückgezogen.

Tatort Seenot Flückiger Blum

"Tatort"-Zuschauer kennen Kommissarin Klara Blum (gespielt von Eva Mattes) und ihren Schweizer Kollegen Reto Flückiger (Stefan Gubser) vor allem als Duo - im Schweizer "Tatort" soll Flückiger allein ermitteln.

(Foto: SWR/Stephanie Schweigert)

Die Episode mit dem Titel "Wunschdenken" genüge den Ansprüchen nicht, bestätigte der Sender auf Anfrage. Nach einem Bericht der Schweizer Sonntagszeitung soll es unter anderem um Kuhglocken gehen, Kritik findet offenbar auch die Leistung von CSI-Miami-Star Sofia Milos. Die in Zürich geborene Amerikanerin gibt ein Gastspiel in dem von Gubser koproduzierten Tatort.

An diesem Sonntag hätten erste Gespräche mit den Verantwortlichen stattgefunden, teilte SRF-Kulturchefin Nathalie Wappler mit: "Wir analysieren jetzt, was wir am Film verbessern können. Dann entscheiden wir das weitere Vorgehen für die Überarbeitung. Diese Arbeiten sind im Gang." Die ARD plant, wie sie mitteilt, nicht mehr mit einer Ausstrahlung des Films am 17. April.

Kurios daran ist, dass der Krimi, bei dem Grimmepreis-Träger Markus Imboden (Mörder auf Amrum) Regie führte, im vergangenen Herbst bereits von den damaligen Senderverantwortlichen abgenommen worden war. Kulturchefin Wappler, die seit Januar im Amt ist, möchte offenbar neue Maßstäbe setzen.