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Springer-Führung im Interview:"Wir werden eher bei den Häuptlingen als bei den Indianern sparen"

Mathias Döpfner, Friede Springer und KKR-Europachef Johannes Huth (v.l.) beim Gespräch mit der SZ.

(Foto: Charles Yunck)

Springer bleibe "ein journalistisches Haus", betonen Friede Springer, Mathias Döpfner und KKR-Europachef Johannes Huth im Gespräch mit der SZ - und kündigen einen harten Sparkurs an.

Mathias Döpfner hat nach dem Einstieg des Finanzinvestors KKR beim Medienunternehmen Axel Springer einen harten Sparkurs angekündigt. "Das klingt nicht nur nach einem großen Schnitt, das ist einer", sagt der Vorstandschef des Berliner Konzerns in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. "Wo digitales Wachstum gelingt, werden wir investieren und Mitarbeiter einstellen oder umlernen wo möglich. Wo strukturell Umsatzrückgang herrscht, müssen wir restrukturieren und Arbeitsplätze abbauen." Das betreffe die Welt, aber auch die Bild-Zeitung, die Druckereien und Zeitschriften. Döpfner fügte an: "Wir werden eher bei den Häuptlingen als bei den Indianern sparen. Wir verschlanken die Hierarchien." In Summe werde man jedoch Arbeitsplätze aufbauen, so Döpfner.

Die Witwe von Firmengründer Axel Springer, Friede Springer, betonte in dem Interview, dass das Unternehmen weiter auf Journalismus setze. "Wir bleiben ein journalistisches Haus", sagte Springer. Auch die defizitäre Tageszeitung Welt würde weitergeführt. "Ich liebe die Welt", sagte Friede Springer. Diese würde auch als gedruckte Ausgabe fortgeführt: "Allein das Rascheln des Papiers - wunderbar", sagte sie. Zudem werden sie weiter Großaktionärin des Unternehmens bleiben. Auch Vorstandschef Mathias Döpfner bekannte sich in dem Interview zu journalistischen Angeboten. Die Welt sei "ein essenzieller Teil von Axel Springer, auch wenn sie nicht zur Steigerung der Durchschnittsrendite des Hauses beiträgt".

"Wir haben Zeit und werden das Unternehmen langfristig begleiten"

Der Finanzinvestor KKR hatte ein öffentliches Übernahmeangebot für Axel Springer in Milliardenhöhe gemacht und erwirbt mehr als 40 Prozent der Anteile. Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner haben auch Anteile, das Unternehmen soll demnächst von der Börse genommen werden. Die Partner wollen gemeinsam das Geschäft ausbauen. "Ich hoffe, das Unternehmen wird größer, stärker, erfolgreicher sein" sagte Friede Springer. Sie habe "schon nach einigen Gesprächen" gewusst, dass das der richtige Schritt sei.

KKR-Europachef Johanns Huth sagte der Süddeutschen Zeitung in dem Interview, man werde nun investieren und Übernahmen prüfen "Wir werden uns nach Abschluss der Transaktion anschauen, was auf dem Markt ist", sagte er zur der Frage, ob er Interesse an Autoscout oder Ebay-Kleinanzeigen habe. Zudem werde KKR länger als für Finanzinvestoren üblich dabei bleiben. "Wir haben Zeit und werden das Unternehmen langfristig begleiten. Wir können uns auch vorstellen, bis zu einem Jahrzehnt investiert zu bleiben", betonte Huth.

Lesen Sie das vollständige Interview mit SZ Plus:
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