Springer-Chef Mathias Döpfner "Ich bin mutig und ängstlich zugleich"

Schon als 14-Jähriger war Mathias Döpfner auf zwei Meter ausgewachsen. "Ich fragte mich: Warum bin ich nicht so wie all die anderen?"

(Foto: Andreas H. Bitesnich)

Vom gehänselten Außenseiter zum mächtigsten Medienmenschen Europas: Springer-Chef Mathias Döpfner im Interview über bittere Niederlagen, hilfreichen Verfolgungswahn und seine Freundschaft mit Friede Springer.

Interview von Sven Michaelsen und Lorenz Wagner, SZ-Magazin

SZ-Magazin: 1969 spielten Sie, sechs Jahre alt, zu Hause mit Matchboxautos. Plötzlich hielt ein Krankenwagen vor dem Haus, und Sanitäter brachten Ihren Vater auf einer Trage in die Wohnung. Sein Körper, so schien es, war blutüberströmt. Was war an jenem Tag passiert?

Mathias Döpfner: Sie beziehen sich auf eine Szene, die ich vor einigen Jahren in meinem Buch Die Freiheitsfallebeschrieben habe. Mein Vater war ein ausgesprochen progressiver Architekturprofessor an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Er wurde an diesem ...