"Sportschau"-Moderator Gerhard Delling will nach 30 Jahren etwas Neues

Lust auf eine Fußball-App und vielleicht einen Roman: Gerhard Delling.

(Foto: dpa)
  • Gerhard Delling hört bei der ARD auf.
  • Er wolle Neues ausprobieren, sagte der 59-Jährige der Bild.
  • Mehr als 30 Jahre lang moderierte Delling die "Sportschau" und kommentierte auch Länderspiele der Nationalmannschaft.

Als Gerhard Delling bei der "Sportschau" anfing, war es 1987 und Jürgen Klinsmann vom VfB Stuttgart hatte das Tor des Monats November geschossen. Klinsmann ist schon lange nicht mehr in der Bundesliga unterwegs, geschweige denn in Deutschland. Delling moderiert immer noch die "Sportschau", die samstägliche Institution der Fußballberichterstattung im Öffentlich-Rechtlichen. Aber im Mai 2019 soll damit Schluss sein.

Dann hört der heute 59-Jährige bei der ARD auf. "Ich will nach den vielen Jahren jetzt Neues kennenlernen, will mich ausprobieren, will noch viel lernen", sagte er der Bild-Zeitung.

Angefangen hatte Delling als Sportreporter 1984 beim Norddeutschen Rundfunk, bevor er zum Südwestfunk in Baden-Baden und zur "Sportschau" wechselte. Delling gilt als freundlich, kompetent und redegewandt. Unvergessen ist sein Zusammenspiel mit dem früheren Nationalspieler Günter Netzer. Zwölf Jahre lang moderierten die beiden im Ersten die Fußball-Länderspiele - in ihrem ganz eigenen Stil. Für ihre Frotzeleien wurden sie im Jahr 2000 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Ein paar Kostproben:

Delling sagt: "Sie haben die WM doch sicher auch genossen." Netzer darauf: "Oh ja, und wenn Sie nicht dabei gewesen wären, noch viel mehr!"

Netzer zu Delling: "Im Gegensatz zu Ihnen bin ich ja nicht rechthaberisch und zickig."

Netzer: "Woran das liegt, dass er kein Tor schießt? Er trifft das Tor nicht!" Delling: "Super, und dafür haben wir Experten."

Das legendäre Sportmoderatoren-Gespann Gerhard Delling und Günter Netzer im Jahr 1998

(Foto: dpa)

Die beiden sind inzwischen zwar befreundet, aber immer noch per Sie. Sich das Du anzubieten, hätten sie schlicht vergessen, sagte Netzer nun der Bild. "Er war das perfekte Glück, das ich beruflich gefunden habe. Es war Freundschaft (...). Ich bin sicher, dass die TV-Zuschauer meinen Freund, den Herrn Delling, niemals vergessen werden."

Mehr als 30 Jahre lang nach dem Torschuss von Jürgen Klinsmann hat Gerhard Delling nun also genug. Aber vom Fußball kann er sich noch nicht ganz lösen. Er wolle eine Fußball-App entwickeln und ein Buch schreiben. Vielleicht sogar einen Roman.