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Spin-off zu "Breaking Bad":Was geschah vor Walter White?

Breaking Bad: Offenes Haus

Bob Odenkirk in der Rolle des Anwalts Saul Goodman in Breaking Bad.

(Foto: Sony Pictures Television)

Es sind nur neun Sekunden und doch machen sie Lust auf mehr. Der erste Trailer des "Breaking Bad"-Ablegers "Better Call Saul" ist da. Fans müssen sich trotzdem noch eine Weile gedulden.

Von Thorsten Glotzmann

Neun Sekunden, mehr nicht: Am Wochenende strahlte der US-Sender AMC den ersten Trailer der neuen Serie Better Call Saul aus, ein Spin-off der Erfolgsserie Breaking Bad, deren letzte Staffel im September 2013 endete. Der Clip zeigt den Anwalt Saul Goodman (Bob Odenkirk) in Anzug und Krawatte, wie er einem Klienten erklärt, warum Anwälte ein notwendiges Übel sind.

"Anwälte sind wie Krankenversicherungen", sagt Saul. "Man hofft, dass man sie niemals braucht. Aber keinen zu haben? Nein!" Was dabei auffällt: Sein Haar ist weniger licht als in den letzten Breaking Bad-Folgen. Die neue Serie soll laut Produzent Vince Gilligan im Jahr 2002 spielen, also sechs Jahre, bevor Saul Goodman auf Walter White trifft. Saul ist noch etwas jünger - und heißt noch nicht einmal Saul, sondern Jimmy McGill, ein kleiner Anwalt, der um sein Überleben kämpfen muss.

Better Call Saul erzählt, wie aus Jimmy McGill Saul Goodman wird, ein abgezockter, ein verdammt guter Anwalt, in allerlei kriminelle Geschäfte verstrickt, nie um Worte verlegen, immer auf seinen Vorteil bedacht. Mit dem zur Seite gekämmten Haar, den albernen Hemden und Krawatten wirkt er unseriös und clownesk, und doch ist er ein zuverlässiger und irgendwie liebenswürdiger Partner von Walter White. Und niemand weiß sich besser zu verkaufen als Saul. In Breaking Bad sagt er: "Ich habe einer Frau mal erzählt, ich sei Kevin Costner, und es hat funktioniert, weil ich daran glaubte."

Bob Odenkirk machte sich so gut in seiner Nebenrolle, dass schon 2012 die Idee eines Breaking Bad-Ablegers entstand, mit dem Anwalt Saul Goodman in der Hauptrolle. Über den Serientitel mussten die Macher vermutlich nicht lange nachdenken, es konnte nur Goodmans Slogan sein: "Better Call Saul". Vince Gilligan kündigte an, die Geschichte werde nichtlinear erzählt. "Wir mögen es, in der Zeit zu springen", sagte Gilligan. "Alles, was erzähltechnisch in Breaking Bad möglich war, wird es auch in Better Call Saul sein."

Hohe Erwartungen

Nach dem Erfolg von Breaking Bad äußerte Gilligan schon Bedenken, ob die neue Serie den Erwartungen überhaupt gerecht werden kann. Der Plot des Vorgängers ist schwer zu übertreffen: ein Chemielehrer und Krebspatient, der Crystal Meth zu produzieren beginnt. Bryan Cranston und Aaron Paul, besser bekannt als Walter White und Jesse Pinkman, haben bereits angedeutet, dass sie an einem Gastauftritt interessiert wären, Cranston wird bei einer Folge Regie führen. Die einzige Breaking Bad-Figur, die neben Goodman eine wiederkehrende Rolle spielen soll, ist der ehemalige Polizist Mike Ehrmantraut.

Fans müssen sich jedoch noch eine Weile gedulden. Die Premiere von Better Call Saul wurde von November auf Februar 2015 verschoben. Bis dahin können sie sich immerhin mit Sauls Weisheit trösten: "Don't drink and drive - but if you do, call me."

© SZ.de/mkoh

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