Spielfilmtipps zum WochenendeBegierden, Kriege und andere Kleinigkeiten

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Bill (Richard Gere) und Abby (Brooke Adams) sind ein Paar auf der Flucht, das es in „In der Glut des Südens“ in die Weizenfelder von Texas verschlägt.
Bill (Richard Gere) und Abby (Brooke Adams) sind ein Paar auf der Flucht, das es in „In der Glut des Südens“ in die Weizenfelder von Texas verschlägt. imago images/Mary Evans

„In der Glut des Südens“, „Harry Potter und der Feuerkelch“, „Hochwürden Don Camillo“ und „Mars Attacks“ – die Spielfilmtipps zum Wochenende.

Von Harald Hordych

In der Glut des Südens

Drama, Kabel Eins Classics, Sonntag, 23 Uhr

Zu späterer Stunde wird so mancher cineastische Schatz gehoben, so auch im Fall des zweiten Films von Terrence Malick, einem der raren Regie-Exzentriker Hollywoods neben Orson Welles und Stanley Kubrick. Wie der die bedrückende, aber auch flirrende Stimmung der Geschichte einer betrügerischen Liebe 1978 in Szene setzt, hat ihm Kritikerjubel eingebracht: Der Stahlarbeiter Bill (Richard Gere) und seine Geliebte Abby (Brooke Adams) fliehen – nachdem Bill einen Vorarbeiter getötet hat – nach Texas. Abby gibt sich als Bills Schwester aus. Sie verdingen sich als Helfer bei einem reichen, todkranken Farmer (Sam Shepard), der sich in Abby verliebt. Die beiden heiraten, das Paar trifft sich aber weiter. Malick ließ nur 20 Minuten am Tag drehen, in der Zeit vom Sonnenuntergang bis zum Einsetzen der Dunkelheit. Ungeheuerlich. Die SZ schrieb damals: „Die magische Stimmung jedoch, die dadurch entstand, bleibt unvergesslich.“

Harry Potter und der Feuerkelch

Fantasy, Sat 1, Samstag, 20.15 Uhr

Irgendwann stellte sich bei den furios fantasiereichen Romanen J. K. Rowlings die Frage, welchen Teil des realen Lebens sie wohl nicht in die kleine abgeschottete Welt von Hogwarts unterbringen würde. Und siehe da: Auch der sportliche Wettkampf, eigentlich nicht unbedingt geeignet für Wesen, die mittels Zauberei die allermeisten Dinge mit einer Handbewegung und gezielten Worten regeln können, fand seinen Platz – und wie! Die Diskussionen, welche der Potter-Verfilmungen die beste ist, sind müßig, diese ist so überzeugend wie alle anderen, die Wettkämpfe mit den beiden anderen europäischen Zauberschulen Beauxbatons und Durmstrang sind spektakulär und spannungsvoll inszeniert. Das Übrige leistet die würdig in die Pubertät hineinalternde bewährte Darstellercrew um Daniel Radcliffe, die einem 2005 längst ans Herz gewachsen war.

Hochwürden Don Camillo

Komödie, BR, Samstag, 21.50 Uhr

Noch ein Erfolg, bei dem die Verfilmung auf der großartigen literarischen Vorlage beruht: Giovannino Guareschi hatte von der Hassliebe zwischen dem katholischen Pfarrer Don Camillo (Fernandel) und dem kommunistischen Bürgermeister Peppone (Gino Cervi) im norditalienischen Örtchen Brescello mit Leichtigkeit, Humor und Herz erzählt. Die Filme bewahren diesen Ton, Fernandel und Gino Cervi waren Idealbesetzungen. Der Erfolg von „Don Camillo und Peppone“ brachte vier Fortsetzungen hervor. Die Konstellation des gegensätzlichen Duos behält ihren Unterhaltungswert nicht nur im vierten Teil mit Don Camillo als nach Rom beförderten Kirchenfürst, sondern auch im letzten Teil „Genosse Don Camillo“ (BR, Samstag, 23.45 Uhr), in dem sich Camillo in den Tross von Peppone auf seiner Reise nach Moskau einschleusen lässt.

Mars Attacks

Drama, Tele 5, Sonntag, 20.15 Uhr

Wenn der frühere Disney-Zeichner Tim Burton einen Angriff von Marsianern inszeniert, liegt die Vermutung nahe, dass dieses mörderische Aufeinandertreffen einige quietschbunte Überraschungen parat halten wird. Die erste ist die Naivität, mit der die Menschheit diesen sich als superfies entpuppenden Weltraumnomaden begegnet. Die zweite, wie viel unverhohlenen skrupellosen Spaß es Burton gemacht hat, der bedrohten wie dämlichen Menschheit richtig einzuheizen. Unterstützt von einer Riege berühmter Darsteller (Jack Nicholson, Pierce Brosnan, Danny DeVito, Annette Benning und Glenn Glose) lässt Burton es krachen: Überdreht, albern, comichaft führt er den sonst bitterernst geführten Kampf gegen kosmische Mächte auf die spiegelglatte Fläche der Realsatire. So viel Spaß hat der drohende Weltuntergang selten gemacht.

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