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Spielfilm-Tipps:Ein Mann namens Ove

Hat seinen Konkurrenten ausgestochen und wird doch nicht glücklich: Jinsheng (Zhang Ji) mit seiner Kurzzeit-Ehefrau Tao (Zhao Tao).

(Foto: MK2 Productions/Arte)

Ein Rachefeldzug, eine musikalische Legende, eine chinesische Heimat-Hymne und ein großartiger schwedischer Schauspieler. Was will man mehr?

Ein Mann namens Ove

Komödie, ZDF, Donnerstag, 20.15 Uhr

Der 59-jährige Ove hat einen neuen Job. Er hat ihn selbst geschaffen: Der grantige Frührentner patrouilliert als Aufpasser in der schwedischen Vorortsiedlung, in der er lebt. Seine Anstellung hat er jüngst verloren, zudem ist seine Frau gestorben. Ein bisschen viel Altwerden auf einmal für diesen Kerl, der sich umbringen will, aber erst einmal noch seine Nachbarschaft quält. Um ihn zu zähmen, braucht es eine gewaltiges Maß an Offenheit und Herzlichkeit. Eine zugezogene Iranerin bringt sie auf. Und so kann man dem wunderbaren Schauspieler Rolf Lassgård dabei zusehen, wie er diesen Ove zurückführt in ein Leben, das dieser annehmen kann. Im Anschluss ist Lassgård noch einmal zu sehen, zwanzig Jahre jünger, in einer Rolle als Kriminalist der Stockholmer Polizei. Dessen Rückkehr in die Provinz wird zu einer Treibjagd auf ihn in Die Spur der Jäger (3sat, Donnerstag, 22 Uhr).

Kill Bill - Volume 1

Thriller, VOX, Donnerstag, 22.30 Uhr

Quentin Tarantino zieht derzeit wieder viel Aufmerksamkeit auf sich, seit einer Woche läuft Once Upon a Time in Hollywood in den deutschen Kinos. Es geht bei ihm immer um Gewalt; darum, wie sie einem hilft, seine Ziele zu erreichen, und wie sie einen zugleich korrumpiert. Für "Die Braut" ist sie das einzige Mittel, Rachsucht ist ihr alleiniger Daseinszweck. Sie hat den Anschlag auf ihre Hochzeitsgesellschaft überlebt, dem alle Gäste zum Opfer gefallen sind. Und nach Jahren im Koma beginnt sie nun, eine Rechnung zu begleichen. Es sind Duelle, die bis hin zu den Wurzeln ihrer eigenen Persönlichkeit führen. Und bereits die erste Liquidierung legt den Grundstein für einen neuen Rachefeldzug, der sich in einigen Jahren gegen sie richten wird. Das ist in der Welt dieser Frau aber nur gerecht. Deren innere Ruhe verstörend ist.

Taking Woodstock ...

Komödie, NDR, Donnerstag, 23.30 Uhr

... Der Beginn einer Legende: Elliot Teichberg hat immer wieder einmal kleine Konzerte und Musikabende veranstaltet, um dem schlecht laufenden Motel seiner Eltern einen Schub zu verpassen. Im Sommer 1969 zieht er dann eine etwas größere Veranstaltung an Land, die nicht nur er gewaltig unterschätzt: das Woodstock Festival. Ang Lee hat die authentische Geschichte vor zehn Jahren verfilmt, zum 40. Jahrestag. Und er hat dabei Anleihen genommen bei Michael Wadleighs Dokumentarfilm Woodstock von 1970, um seine fiktionalisierte Realität besonders authentisch aussehen zu lassen (Arte, Freitag, 22.10 Uhr). Ein weiterer Musikfilm: Lasse Hallströms ABBA - Der Film von 1977. Bevor er zu dem Hollywood-Regisseur wurde, der er heute ist, hat Hallström viele Musikvideos der Band gedreht (BR, Mittwoch, 23.35 Uhr).

Weichen des Lebens

Drama, Arte, Mittwoch, 22.40 Uhr

Der Regisseur Jia Zhang-ke blickt in seinem Film von 2015 etwa so weit in die Zukunft wie in die Gegenwart, jeweils zehn, fünfzehn Jahre. Die Gegenwart ist also nur Durchgangsstation. Respektive: Wenn man weiß, wie sehr China und die chinesische Gesellschaft sich seit der Jahrtausendwende verändert haben, bekommt eine Ahnung, wie viel im kommenden Jahrzehnt passieren wird. In die Erzählzeit des Films passt ein Erwachsenenleben: Eine Frau und zwei Männer sind beste Freunde, irgendwann jedoch steht die Frau vor der Wahl, sich zwischen den beiden Männern zu entscheiden. Keiner aus dem Trio wird glücklich, ihre Leben entwickeln sich auseinander. Und führen an bestimmten Punkten, unter neuen Vorzeichen, doch wieder zusammen. Im Kleinen zeigt Jia Zhang-ke ein großes Bild seiner Heimat.