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Fußball-Fernsehrechte:Hauptsache, der Preis stimmt

Premier-League-Spiel FC Arsenal gegen Brighton & Hove bei Amazon Prime

Nostalgie ist keine Kategorie für die Uefa. Alte Partnerschaften werden kurzerhand beendet.

(Foto: Getty Images)

Für den europäischen Fußballverband Uefa spielen die Fans kaum noch eine Rolle. Umsatz- und Gewinnmaximierung steht an erster Stelle. Das aber ist eine große Gefahr für das Geschäft.

Um die Maximierung der Einnahmen geht es dem europäischen Fußballverband Uefa, ohne Rücksicht auf Verluste. Die Fans, das wird immer klarer, spielen da kaum noch eine Rolle. So wird die nächste Europameisterschaft in mehreren Städten stattfinden, was wenig komfortabel für die Fans ist, das Reglement, wer sich für welche Gruppe qualifiziert, ist sehr kompliziert. Die Fernsehrechte für die EM danach, die 2024 in Deutschland stattfinden wird, wurden an die Deutsche Telekom verkauft. Wo die Spiele am Ende zu sehen sind, ist deshalb völlig offen.

Auch bei der Champions League, für die die Uefa jetzt die deutschen TV-Rechte vergeben hat, ist lediglich das Geld entscheidend. Nur so ist es zu erklären, dass der Videodienst des Onlinehändlers Amazon von Sommer 2021 an den Zuschlag für ein Topspiel, nämlich immer das am Dienstag, bekommen hat und dafür offenbar sehr viel Geld zahlt. Da ist es wohl egal, dass man ein Extra-Abo abschließen muss, um das Spiel zu sehen. Alle anderen Liveübertragungen sind ebenfalls nur noch im Internet und gegen Bezahlung zu haben - beim Streamingdienst Dazn. Fußballfans, die weiterhin alle Spiele sehen wollen, müssen also mehrere Abos haben und auf Internetfernsehen umstellen: Willkommen im Netz. Wo es keinen ausreichenden Breitbandausbau gibt - und solche Gegenden gibt es in Deutschland - wird es Probleme geben.

Nostalgie ist jedenfalls keine Kategorie für die Uefa. Alte Partnerschaften werden kurzerhand beendet: Der Bezahlsender Sky, der etwa 20 Jahre lang die Champions League zeigte und dafür immer viel Geld zahlte, geht einfach leer aus, obwohl die Verantwortlichen nach eigenen Angaben bis zuletzt mitgeboten haben. Ob es die bei vielen Fans beliebte Konferenzschaltung in Zukunft noch gibt, ist offen. Und für Sky stellen sich nun, nach dem Verlust der Champions-League-Rechte, einer der wichtigsten Inhalte, durchaus entscheidende Fragen. Eine davon: Trägt das Geschäftsmodell noch?

Die Verantwortlichen bei der Uefa müssen jedenfalls aufpassen, dass sie nicht überdrehen. Fußball, der unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit stattfindet, kann nicht erfolgreich sein. Sponsoren wenden sich womöglich ab, wenn die Partien nur gegen Bezahlung und nur im Internet zu sehen sind. Das Problem: Irgendwann sind die Fans so enttäuscht, dass sie nicht mehr dabei sind. Es muss also eine Mischung geben: Fußball auch im freien TV, wenigstens ein bisschen. Bei allem berechtigen Streben nach mehr Einnahmen müssen auch die Interessen der Fans eine Rolle spielen. Denn auf die kommt es auch an.

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