bedeckt München 24°
vgwortpixel

"Sex and the City":Zu perfekt, um Carrie zu sein

Verrucht, glamourös, ein Hauch New York: Die US-Serie "Sex and the City" hat einen besonderen Platz im Herz des weiblichen Fernsehpublikums. Und mit ihr Protagonistin Carrie. Nun soll AnnaSophia Robb in Sarah Jessica Parkers Fußstapfen treten und die junge Carrie Bradshaw spielen. Aber die ist doch einzigartig.

Leute-News: AnnaSophia Robb

Sie ist schön, aber sie ist nicht Carrie Bradshaw: AnnaSophia Robb.

(Foto: dapd)

"Am Anfang, als ich frisch nach New York gezogen war und immer pleite, habe ich mir oft die Vogue gekauft statt Essen. Ich hatte das Gefühl, sie ernährt mich besser", verriet Carrie Bradshaw in der vierten Staffel von Sex and the City. Viel mehr verriet sie nicht über die Zeit, bevor sie zu der Carrie wurde, die Millionen von Fernsehzuschauern kennen und lieben: die einen Schrank voller Schuhe hat, nicht von Mr. Big loskommt und ganz sicher niemals das Mädchen mit den perfekten Haaren sein wird, das Weiß tragen kann, ohne etwas darauf zu verschütten.

Viel mehr brauchten wir auch nicht zu wissen. Carrie ist Carrie, ein wenig neurotisch, verliebt in Manolo Blahniks, verliebt in New York. Manch eine Zuschauerin dachte sich vielleicht: Ja, das bin ein bisschen ich. Auch ich habe keine Teller, die zusammenpassen. Und auch ich werde vielleicht eines Tages eine riesige Blume an mein Kleid stecken und hemmungslos mit Mr. Big flirten. Carrie ist furchtlos und verwegen, aber zugleich unsicher und verloren. Sie ist einzigartig wie sie ist und wo sie ist. Und auf welchem Weg sie dort hingekommen ist, ist uns egal.

Doch der Fernsehsender HBO sieht das anders - und kündigt mit The Carrie Diaries eine Serie an, welche die Vorgeschichte zum erfolgreichen Format Sex and the City liefern soll. Jetzt steht außerdem fest: Jung-Schauspielerin AnnaSophia Robb wird Sarah Jessica Parker nachfolgen. Bitte wer?

Eine berechtigte Frage. AnnaSophia Robb spielte zwar schon die Hauptrolle in den Wohlfühl-Kinderfilmen Winn-Dixie und Brücke nach Terabithia, doch bekannt vorkommen dürfte sie einem höchstens aus Tim Burtons Charlie und die Schokoladenfabrik - dort ging sie den Zuschauern als aufdringlicher, Kaugummi kauender Blondschopf auf die Nerven. Und dieser schmatzende Quälgeist soll sich nun in die hinreißende Carrie Bradshaw verwandeln können?

Immerhin ist Robb mittlerweile schon achtzehn Jahre alt, vom Alter her also passend für eine junge Carrie, die in einer Kleinstadt zur Highschool geht und sich vorsichtig herantastet an Liebe, Sex und die große Stadt New York. Abgesehen davon, dass die Carrie, die wir kennen, niemals tastet, sondern impulsiv ist und ein bisschen verrucht, scheint AnnaSophia Robb mit ihrer kindlichen, blassen Schönheit besser in eine Werbung für Gesichtscreme zu passen als nach Manhattan. Und wer sagt schon vom Neutrogena-Mädchen: Ja, das bin ein bisschen ich?

Zwar basiert The Carrie Diaries ebenfalls auf einem Roman von Sex and the City-Autorin Candace Bushnell und wie schon bei der Kultserie wird Drehbuchautorin Amy B. Harris an dem neuen Format mitarbeiten, aber Carrie Bradshaw, die nach sechs Staffeln Serie und zwei mäßig gelungenen Filmen immer auch ein bisschen uns gehörte, scheint ohne Mr. Big, ohne Laptop auf den Knien und chinesische Nudeln im Bett, ohne ihr heißgeliebtes wie hippes New Yorker Apartment, ohne Miranda, Charlotte und Samantha, einfach nicht vorstellbar. Schon gar nicht, wenn sie von einem Mädchen gespielt wird, das einfach viel zu perfekte Haare hat.

© Süddeutsche.de/dpa/dapd/cag

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite