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Hochstapler:Der Gruselonkel

FRANCE - CULTURE - NOVELIST - STEPHANE BOURGOIN Portrait of Stephane Bourgoin during an autograph session at the booksto

Stéphane Bourgoin begründete sein Interesse für Serial Killers mit einer erfundenen traumatischen Erfahrung.

(Foto: David Betzinger/imago images)

Serienmörder faszinieren ihn. Also erfindet Stéphane Bourgoin Verhöre mit Tätern und sagt, seine Lebensgefährtin sei einst zerstückelt worden. In Frankreich wird er so zum Experten für TV und Polizei. Warum schöpft keiner Verdacht?

Von Joseph Hanimann

Im ereignisarmen Monat August letzten Jahres jährte sich die Ermordung von Roman Polanskis erster Frau Sharon Tate durch Charles Mansons Hippie-Sekte zum fünfzigsten Mal. Der französische Fernsehkanal C-News lud zu diesem Anlass den berühmtesten Killerexperten des Landes ins Studio ein. Das sei das Ende des schuldlosen Blumenkinder-Amerika gewesen, führte Stéphane Bourgoin redselig aus. Und ja, von allen 77 Serienmördern, die er in der Welt seit vierzig Jahren interviewt habe, sei der zwerghaft kleine Manson mit seinem kalt bohrenden Blick und dem in die Stirn geritzten Hakenkreuz der wohl unheimlichste gewesen. Mit lässig erzählten, makabren Anekdoten gefiel Bourgoin sich in der Rolle des hartgesottenen Profis und brachte in den Studios seine Zuhörer zum Schaudern. Drei Dutzend Bücher hat er zum Thema geschrieben und fürs Staatsfernsehen FR3 Dokumentarfilme über berühmte Serial Killers gedreht. Er trat auch vor Gendarmen auf und hielt Vorträge in ganz Frankreich.

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