Serien des Monats Mai:Damals in der Galaxis

Lesezeit: 3 min

Serien des Monats Mai: Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) ist in der neuen Serie "Obi-Wan Kenobi" nicht mehr der alte Obi-Wan Kenobi.

Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) ist in der neuen Serie "Obi-Wan Kenobi" nicht mehr der alte Obi-Wan Kenobi.

(Foto: Matt Kennedy/Lucasfilm Ltd.)

Lichtschwerter, Mafia-Patinnen, Teenager, die gegen Monster kämpfen und unfähige Alpen-Cops: Die Serien des Monats.

Von SZ-Autorinnen und -Autoren

Tschugger

Serien des Monats Mai: Er ist ein ganz besonderer Tschugger: David Constantin als Bax.

Er ist ein ganz besonderer Tschugger: David Constantin als Bax.

(Foto: Sky)

Worum geht's? Polizisten heißen im Schweizer Kanton Wallis Tschugger, und ein ganz besonderes Exemplar ist Bax (David Constantin), ein "Big Lebowski" der Alpen und die Verkörperung polizeilicher Inkompetenz. Bax und sein Kollege Pirmin werden in einen Mordversuch an einem Kollegen verwickelt, bei dem eine Möchtegern-Gangster-Rapperin, ein weinerlicher Baulöwe und die norditalienische Sugo-Mafia mitmischen. Ein herrlich konsequent angelegter Klamauk mit alpinem Siebzigerjahre-Cop-Serien-Flair.

Heimlicher Star: Comedian Cedric Schild spielt den lispelnden Polizeipraktikanten Patrick so unerschütterlich gutmütig, dass man ihn am liebsten drücken möchte.

Nicht geeignet für: Alpenromantiker. Denen könnte missfallen, dass das idyllische Wallis im Lauf der Serie zu einer Art Gotham City im Faltengebirge verkommt. Timo Posselt

Sky, fünf Folgen.

Mafia Queens

Serien des Monats Mai: Dori (Rita) und Lizzie (Dana Ivgy) sind jetzt die Chefinnen des Malka-Clans.

Dori (Rita) und Lizzie (Dana Ivgy) sind jetzt die Chefinnen des Malka-Clans.

(Foto: Banijay Rights)

Worum geht's? Ein paar Feuerstöße aus der Maschinenpistole, dann ist von den Männern der Familie Malka kaum noch einer am Leben. Um deren mafiöse Geschäfte rund um Tel Aviv müssen sich deshalb fortan die Frauen des Clans kümmern. Aber die haben keine Ahnung, wer ihnen Geld schuldet, und bei wem wiederum sie in der Kreide stehen. Wer ihre Freunde sind, wer ihre Feinde. Sie müssen das schmerzhaft lernen, erleben etliche Demütigungen. Aber sie sind zäh. Und immer wieder auch sehr lustig.

Heimlicher Star: Tante Tzipi, gespielt von Orly Silbersatz Banai, über die die anderen sagen: Würde man ihr Gehirn in einen Vogel transplantieren, spränge er herum wie ein Känguru. Hat definitiv in die falsche Familie eingeheiratet.

Nicht geeignet für: Machos und Menschen, die mit zynischem Humor ein Problem haben. Stefan Fischer

Arte, elf Folgen.

The Rising

Serien des Monats Mai: Neve (Clara Rugaard) versucht den Mord an sich selbst aufzuklären.

Neve (Clara Rugaard) versucht den Mord an sich selbst aufzuklären.

(Foto: Rekha Garton/Sky)

Worum geht's? Neve wacht mitten in einem See im Norden Englands auf, schwimmt an Land und geht nach Hause - und da merkt sie dann, dass niemand sie mehr sehen oder hören kann. Mit dem Totsein tut sie sich erst mal schwer, vor allem aber weiß sie nicht, was passiert ist - nur, dass sie mit anderen Jugendlichen auf einer Party war. Nun beteiligt sie sich, so gut sie kann, an der Aufklärung des Mordes an ihr selbst.

Heimlicher Star: Die raue Landschaft des englischen Nordens, die sich besonders gut als Hintergrund für Krimiserien mit einem Drall ins Übernatürliche macht.

Nicht geeignet für: Kreuzritter in Sachen Logik. Susan Vahabzadeh

Sky, acht Folgen.

Stranger Things 4

Serien des Monats Mai: Noch gruseliger in Staffel 4: Die Kinder sind groß geworden (hier Sadie Sink als Max Mayfield), das Böse in Hawkins ist aber immer noch nicht besiegt.

Noch gruseliger in Staffel 4: Die Kinder sind groß geworden (hier Sadie Sink als Max Mayfield), das Böse in Hawkins ist aber immer noch nicht besiegt.

(Foto: Netflix)

Worum geht's? Zurück in der vom Bösen geplagten Stadt Hawkins. Die in Staffel 1 zwölfjährigen Protagonisten sind ihren Serien-Eltern über den Kopf gewachsen und Eleven (Millie Bobby Brown) scheint ein wenig Normalität gefunden zu haben. Doch in das warme Licht des Jahres 1986 mischt sich erneut die dunkle andere Seite von Hawkins, das fürchterliche "Upside Down".

Heimlicher Star: Besondere Anerkennung verdient der bald 21-jährige Caleb McLaughlin (in der Serie Lucas) dafür, dass er nach seinem offenbaren Wachstumsschub seit der letzten Staffel noch versucht, wie 15 auszusehen.

Nicht geeignet für: Alle, die hofften, dass der Horror-Anteil endlich geringer würde. Aurelie von Blazekovic

Netflix, neun Folgen, zweiter Teil ab 1. Juli.

Obi-Wan Kenobi

Serien des Monats Mai: In der Galaxis wird wieder britisches Englisch gesprochen: Ewan McGregor als Obi-Wan.

In der Galaxis wird wieder britisches Englisch gesprochen: Ewan McGregor als Obi-Wan.

(Foto: Matt Kennedy/dpa)

Worum geht's? Obi-Wan Kenobi versteckt sich in der Wüste vor der Verfolgung der Jedi und versucht ein Trauma zu verarbeiten: sein Schüler Anakin Skywalker ist trotz aller Mühen zum fiesen Darth Vader geworden. Es sieht mal wieder düster aus in der "Star Wars"-Galaxis. Aber ein Auftrag, den Obi-Wan nicht ablehnen kann, führt ihn hinaus aus seiner Höhle und hinein in den Kampf gegen das Imperium.

Heimlicher Star: Hayden Christensen, der in den viel gescholtenen "Star Wars"-Kinoprequels den erwachsenen Anakin spielte. Er ist, so viel sei verraten, wieder mit dabei.

Nicht geeignet für: Baby-Yoda-Ultras. Mit einem Auftritt des niedlichen Mini-Aliens aus "The Mandalorian" und "Boba Fett" dürfte in dieser Serie nicht zu rechnen sein. Dafür treten zwei andere besondere Kinder auf. Kathleen Hildebrand

Disney Plus, sechs Folgen.

The Essex Serpent

Serien des Monats Mai: Claire Danes und Tom Hiddleston an der - vielleicht - heimgesuchten Küste von Essex.

Claire Danes und Tom Hiddleston an der - vielleicht - heimgesuchten Küste von Essex.

(Foto: AppleTV+)

Worum geht's? England, 19. Jahrhundert - eine wohlhabende, naturwissenschaftlich interessierte Witwe (Claire Danes) zieht in ein Küstenörtchen, in dem angeblich eine riesige Wasserschlange die Bewohner in Angst versetzt und lernt dort einen für die Provinz viel zu gut aussehenden Pfarrer (Tom Hiddleston) kennen. Die Bestseller-Verfilmung ist eine große Metapher auf Sündhaftigkeit, Aberglauben und die Bedrohlichkeit gesellschaftlicher Konventionen, besonders für Frauen.

Heimlicher Star: Natürlich die Schlange. Das Kräuseln im Brackwasser von Essex ist ein stilvolles Gruselelement in den beeindruckenden Landschaftsaufnahmen von Regisseurin Clio Barnard.

Nicht geeignet für: Horror-Fans. Die Serie schwenkt bald in die Romanzenspur und sagt dem Kräuseln im Wasser Ade. Kathleen Hildebrand

AppleTV+, sechs Folgen.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusPreisverleihung in Cannes
:Ein Film gewordener Urschrei

Die Goldene Palme geht an die Komödie "The Triangle of Sadness" und erneut an den schwedischen Regisseur Ruben Östlund. Seine Massenkotzszene war der mit Abstand lustigste Kinomoment in Cannes. Aber war das Festival auch der erhoffte Neustart fürs Kino?

Lesen Sie mehr zum Thema